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Borussia Mönchengladbach stimmt Adi Hütter mit 2:2 gegen Wolfsburg zuversichtlich

„Das macht mir Mut und Hoffnung“ : Was Hütter an Borussias 2:2 gegen Wolfsburg besonders gefreut hat

Es gab für Borussias Trainer Adi Hütter einige Aspekte, über die er sich beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg ärgerte. Zugleich sprach er seiner Mannschaft aber ein „Riesenkompliment“ aus, weil sie aus seiner Sicht etwas zeigte, was oft gefehlt hat in dieser Saison.

Adi Hütter fühlte sich passend zum Ergebnis des Tages – unentschieden. Er war nach dem 2:2 der Borussen gegen den Abstiegskonkurrenten VfL Wolfsburg ebenso erfreut wie verärgert. Einerseits war da der „redlich verdiente“ Punkt, auf der anderen Seite gab es aber auch einige Aspekte, die dem Trainer nicht gefielen.

Zum einen die Tore der Wolfsburger. „Die Art und Weise, wie wir die Gegentore bekommen, geht gar nicht“, stellte Hütter klar. Beim 0:1 „können wir den Querpass nicht verhindern und er kann mehr oder weniger allein einschießen“, erinnerte sich Hütter an eine mal wieder allzu große Offenheit bei der Wolfsburger Führung. Auch beim 0:2 war Sebastiaan Bornauw unbedrängt bei seinem erfolgreichen Kopfball nach der Ecke von Maximilian Philipp. „Drei Meter vor dem Tor kriegen wir es nicht auf die Reihe, den Ball zu klären“, sagte Hütter.

Auch die Tatsache, dass seine Mannschaft erneut einige gute Möglichkeiten ungenutzt ließ, missfiel dem Trainer. 26 Torschüsse brachten nur zwei Treffer, 2,76 zu 1,27 betrug der Expected-Goals-Wert. Nach den wahrscheinlichen Toren war Borussia somit deutlich näher dran am Sieg als der Gegner. „Wir müssen das vorne besser machen. Aber Koen Casteels hat den Punkt auch beim Zehn-gegen-Elf festgehalten“, hatte Hütter einen starken Wolfsburger Torwart gesehen.

Allerdings wusste Hütter, dass er und seine Mannschaft glückliche Momente hatten. Wie kurz vor der Pause, als Philipp allein vor Yann Sommer den Ball über das Tor schoss. Zudem war die Überzahl nach dem Platzverweis von Maxence Lacroix kein Nachteil. „Das Spiel kann auch ganz anders laufen. Wenn wir kurz vor der Pause das 1:3 kriegen, wird es in unserer Situation sehr schwer. Und wenn es den Ausschluss nicht gibt, weiß man nicht, was passiert“, gab Hütter zu.

Sogenanntes Spielglück hatten die Borussen da, sie verdienten es sich mit großer Moral. Schließlich waren sie mit einem bösen mentalen Malus ins Spiel gegangen. Der Tod des Jungprofis Jordi Bongard, der in der Nacht zum Donnerstag bei einem Autounfall ums Leben kam, traf den gesamten Klub schwer. „Es ist eine absolute Tragödie. Wenn man Familienvater ist, weiß man, was das bedeutet“, sagte Hütter, der Vater einer Tochter ist. „Wir konnten Donnerstag nicht trainieren, weil die Mannschaft dazu nicht in der Lage war“, berichtete er. Gerade unter den Umständen beeindruckte ihn die Darbietung gegen Wolfsburg. „Ich muss dem Team ein Riesenkompliment machen, wie es das weggesteckt und ein leidenschaftlich-emotionales Spiel gezeigt hat“, sagte Hütter.

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Sein Fußball ist auf Emotionalität aufgebaut, und genau die zeigte sein Team in dieser Saison oft nicht. Wie vorher in Dortmund, als es das 0:6 einfach über sich ergehen ließ. Nun blieb Borussia im Spiel trotz aller widrigen Umstände, gab nicht auf, wollte mit allen Mitteln die Niederlage verhindern und erkämpfte zumindest den einen Punkt.

27 Punkte haben die Borussen nun, das sind 1,13 im Schnitt. Das entspricht bei weitem nicht dem Anspruch der Borussen und ihres Trainers. Das Geschehen am Samstag belegte das in Hütters Augen. „Es war ein hoch attraktives Bundesliga-Spiel zweier Mannschaften, die aufgrund ihrer Klasse nicht da stehen sollten, wo sie stehen“, sagte Hütter.

Die Realität ist aber nach wie vor eine gefährliche Nähe zur Abstiegszone für Gladbach und Wolfsburg, weil es beide verpassten, mehr aus dem Spiel zu machen. „Wir mussten es in Überzahl für uns entscheiden. Aber wie das Team auf dem Platz gestanden ist und wie es sich gewehrt hat, das macht mir Mut, das macht mir Hoffnung“, sagte Hütter.

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