Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel lobt Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach

Wegen vorbildlicher Einstellung: Fortunas Trainer Funkel lobt Borussias Kramer

Für Friedhelm Funkel ist Teamgeist der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor. Deshalb stellt er Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer als besonders gutes Beispiel heraus.

Es ist keine leichte Saison für Christoph Kramer. Jahrelang ging es ausschließlich aufwärts mit dem Fußball-Nationalspieler, der 2014 sogar in der deutschen Startelf im WM-Finale gegen Argentinien stand – auch wenn er den Siegtreffer Mario Götzes wegen einer Gehirnerschütterung nur von außen erlebte. In dieser Saison ist der 27-Jährige bei Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Dieter Hecking freilich nur zweite Wahl, da im zentralen defensiven Mittelfeld in der Regel Tobias Strobl den Vorzug erhält.

Auf diese Weise kommt Kramer an den bislang 20 Bundesliga-Spieltagen nur auf 387 Einsatzminuten, verteilt auf sieben Partien; in der Vorsaison waren es noch stolze 27 Einsätze. Die beleidigte Leberwurst spielt der Weltmeister jedoch beileibe nicht, und dieses Verhalten hat ihm nun ein dickes Lob aus berufenem Munde eingebracht. „Wie Christoph Kramer den Teamgedanken lebt, ist sensationell“, sagte Fortunas Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel.

Der 65-Jährige kam im Vorfeld der Düsseldorfer Partie gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 18 Uhr) auf das Thema, weil Fortuna nach einigen überstandenen Verletzungen und Erkrankungen wieder fast über den kompletten Kader verfügt. Deshalb müssten einige Profis eben auch mal damit leben, gesund auf der Tribüne zu sitzen, meinte Funkel – und führte Kramer, der den Teamgeist stets über persönliche Dinge stelle, als positives Beispiel an.

„Es ist für Christoph natürlich auch nicht immer leicht, wenn er draußen sitzen muss“, sagte der Fortuna-Trainer. „Wie er mit der Situation umgeht, ist beispielhaft. Aber das ist für mich überhaupt keine Überraschung. Ich kenne Christoph seit Jahren, er ist ein Supertyp.“ Das stellte der gebürtige Solinger, der von seinem 15. bis zum 17. Lebensjahr in der Jugend von Fortuna Düsseldorf kickte, auch bei seinen wenigen Einsätzen in dieser Saison heraus: Beim 1:2 in Dortmund und beim 2:0 auf Schalke erzielte er jeweils einen Treffer.

Als erhobenen Zeigefinger für seine Profis wollte Funkel das Lob für den Borussen allerdings nicht verstanden wissen. „Bis jetzt hat es bei uns keine Probleme gegeben, wenn mal ein Spieler draußen bleiben musste“, versicherte der Trainer. „Sich dann beleidigt zu geben, wäre aber auch ein schlechter Weg beim Versuch, wieder in die Mannschaft zu kommen.“

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