Borussia Mönchengladbach: Andreas Poulsen will "einer der besseren" Dänen werden

18-Jähriger ist der 18. bei Borussia : Däne Poulsen will „einer der besseren werden“

Morten Skoubo und Mikkel Thygesen holte Borussia einst für viel Geld vom FC Midtjylland, beide floppten. Andreas Poulsen, vergangene Saison dänischer Meister geworden, will es besser machen – auch dank einer besonderen Stärke.

Für Andreas Poulsen bedeutet die Wohnsituation am Tegernsee keine Umstellung. In Mönchengladbach wohnt er ebenfalls noch im Hotel, nur mit Sicherheit nicht so luxuriös wie seit Sonntagabend im Trainingslager. Der 18-Jährige erlebt in diesen Wochen so einige neue Dinge in seinem Leben. Bald will er sich eine eigene Wohnung suchen, das ist der private Teil. Beruflich hat er sich ebenfalls einiges vorgenommen: Bundesliga-Minuten, und zwar möglichst viele. „Wenn ich mir nicht zutrauen würde, Einsätze zu bekommen, wäre ich nicht zu diesem Verein gewechselt“, sagte Poulsen am Montagmittag in der ersten Gesprächsrunde mit den Medienvertretern in Rottach-Egern.

Für 4,5 Millionen Euro ist er im Sommer vom dänischen Meister FC Midtjylland gekommen, der zweitteuerste Teenager der Gladbacher Vereinsgeschichte nach Granit Xhaka. Borussia hat schon einiges an Ablöse überwiesen an Midtjylland, den kleinen, aber höchst erfolgreichen Klub aus Herning. Zwei Millionen Euro für Morten Skoubo (2002) und 2,7 für Mikkel Thygesen (2007) waren damals verhältnismäßig viel Geld – und unterm Strich nicht besonders gut angelegt. Vom dänischen Einfluss bei Borussia hat Poulsen bereits gehört. „Ich hoffe, ich kann einer der besseren werden“, sagte er.

Sein ehemaliger Klub hat in den vergangenen Jahren mit datenbasierter Arbeit und einem speziellen Scouting-Ansatz für Furore gesorgt. Auch Poulsen hat davon bei Midtjylland profitiert, mit einem Einwurf-Trainer hat er seine maximale Wurfweite auf 40 Meter gesteigert. „Ich habe ihnen viel zu verdanken. Ohne den Klub wäre ich jetzt nicht hier“, sagte Poulsen.

Lässt Trainer Dieter Hecking mit einer Viererkette spielen, ist er für den Job als Linksverteidiger prädestiniert. Vielleicht noch etwas mehr liegt Poulsen aber die Rolle ganz links vor einer Dreierkette. „Ich bin ein Spieler, der angreifen will“, sagte der 1,88-Meter-Mann. Fußballerisch sind gewiss Ähnlichkeiten da zu Oscar Wendt. Der zweitjüngste Borusse im Profikader, geboren im Oktober 1999, konkurriert mit dem zweitältesten, geboren im Oktober 1985.

Allerdings ist der Sprung in die Bundesliga nicht zu unterschätzen für Poulsen. Vor allem physisch muss und will er noch zulegen. „Von der ersten Sekunde an habe ich im Training gespürt, dass es hier schneller zugeht als bei Midtjylland“, sagte er. „Aber das hilft mir, um mich jeden Tag zu verbessern. Borussia ist ein sehr guter Schritt für mich.“

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