Borussia Mönchengladbach gewinnt im Elfmeterschießen den H-Hotels-Cup in Bochum.

Sieg beim H-Hotels Cup in Bochum im Elfmeterschießen : Nicolas hält Borussia zum Turnier-Sieg

Im Finale des H-Hotels Cups besiegt Borussia den gastgebenden Zweitligisten VfL Bochum mit 6:5 nach Elfmeterschießen. Rekordeinkauf Alassane Plea feiert sein Debüt. Torhüter Moritz Nicolas ist der Held im Elfmeterschießen.

Dort, wo am 25. Mai 2011 Geschichte geschrieben wurde mit der Relegations-Rettung, hat nun am Sonntag eine neue Stürmer-Zeitrechnung bei den Borussen begonnen: Alassane Plea feierte im Bochumer Ruhrstadion sein Debüt, er kam im Finale des H-Hotels Cup gegen den gastgebenden VfL Bochum zum ersten Einsatz. Plea ist Mittelstürmer und soll, anders als seine Artgenossen in den vergangenen Jahren, eine Erfolgsgeschichte in Gladbach schreiben.

Zumindest im Kleinen hat er das getan, auch wenn er selbst seinen Schuss im Elfmeterschießen nicht verwandelte. Mit ihm als Sturmspitze gewann Gladbach das Endspiel vom Punkt mit 6:5 gegen den Zweitligisten, mit dem sie vor acht Jahren noch um die Existenz in der Bundesliga gerungen und sich knapp behauptet hatten. Während Bochum seither nicht mehr zurückkam aus dem Unterhaus, hat sich Borussia gut entwickelt, an einen 23-Millionen-Transfer wie Plea war jedenfalls vor sieben Jahren ganz sicher nicht zu denken.

Borussias Trainer Dieter Hecking weiß indes, dass Plea allein nicht alle Tore machen kann. Zumindest bedarf es guter Zuarbeit für den Franzosen. Dafür waren gestern die Außenangreifer Ibrahima Traoré und Keanan Bennetts zuständig. Traoré trug zudem die Kapitänsbinde, eine besondere Ehre für den 30-jährigen Dribbler. Am Samstag im Abschlusstraining hatten die Borussen in eben dieser Besetzung den Torabschluss geübt, da jedoch ohne Gegner. Das Prinzip war klar: Traoré und Bennetts sollten Eins-gegen-eins-Situationen suchen, um Lücken zu reißen, die Plea nutzen sollte - oder ihn mit Hereingaben füttern.

So recht kamen die Borussen aber nicht zum Abschluss gegen die tief wartenden Bochumer. Ein Fernschuss-Versuch von Christoph Kramer, der bei seinem Ex-Verein freundlich begrüßt wurde, verfehlte das Ziel doch deutlich. Kramer spielte im 4-3-3 den Single-Sechser, vor ihm sollten Florian Neuhaus und Aaron Herzog Ideen entwickeln. Doch was das anging, waren alle Borussen etwas unproduktiv. Die Überlegenheit blieb daher folgenlos. Dabei waren sie etwas unter Zeitdruck, schon um 19 Uhr war in Düsseldorf das Einchecken des München-Fluges angesetzt. Weswegen im Spiel um Platz drei nach dem 0:0 zwischen Betis Sevilla und Wolverhampton das Elfmeterschießen angesagt worden war.

Der gefährlichste Torschuss war ein weiter Freistoß von Ibo Traoré, der durchsauste, doch letztlich griff sich Torhüter Florian Kraft den Ball sicher (21.). Kurz zuvor hatte Traoré Plea im Strafraum anvisiert, der aber wurde abgeblockt. Der ersten Borussen-Mannschaft war das Spiel gegen Sevilla deutlich leichter vom Fuß gegangen. Nun schleppte sich die Partie dahin.

Vier Minuten vor Schuss kam dann Plea erstmals in aussichtsreicher Position zum Abschluss, als Traoré einen Kramer-Schuss prallen ließ, doch der Franzose scheiterte an Kraft. In der 45. Minute verpasste er erneut eine Freistoß-Hereingabe von Traoré. Das französische Duo harmoniert, doch es fehlte noch an der Produktivität. So ging es ins Elfmeterschießen. Da wurde U21-Nationaltorhüter Moritz Nicolas zum Matchwinner. Er hielt die Elfmeter von Silvére Ganvoula, Robert Tesche und Patrick Fabian. Während Plea seinen Elfmeter über das Tor setzte, behielt U23-Spieler Mika Hanraths beim sechsten Gladbacher Elfmeter die Nerven und verwandelte zum 6:5-Siegtor. Danach mussten sich die Borussen sputen, um den Flieger ins Traningslager zu bekommen. die Siegerehrung wurde im Eiltempo durchgeführt, zehn Minuten später fuhr der Bus Richtung Düsseldorf ab. Die Borussen verließen Bochum als Titel-Träger. Es ist ein Titel ohne große Bedeutung, aber auch er gibt ein gutes Gefühl.

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