Bayers Torjäger Die Leidenszeit von Patrik Schick geht weiter

Leverkusen · Bayer Leverkusens Mittelstürmer ist erneut Tschechiens Fußballer des Jahres. Der seit Monaten von Leistenproblemen geplagte 27-Jährige sprach bei der Gelegenheit über seine Situation. Ein schnelles Comeback ist nicht in Sicht.

Leverkusens Patrik Schick rechnet in drei bis vier Wochen mit seiner Rückkehr auf den Platz.

Leverkusens Patrik Schick rechnet in drei bis vier Wochen mit seiner Rückkehr auf den Platz.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Ein bisschen fehl am Platz dürfte sich Patrik Schick gefühlt haben. Zum zweiten Mal in Folge wurde der Stürmer zu Tschechiens Fußballer des Jahres gewählt. Bei der Gala im Hilton Hotel in Prag erhielt er am Montagabend die Auszeichnung. Dass er zu den besten Spielern seines Heimatlandes zählt, ist unbestritten, allerdings erlebt der 27-Jährige eine Saison zum Vergessen. Erst war er im Formtief, dann erlitt er eine nicht näher definierte Leistenverletzung, die ihn seit Ende Oktober mehr oder weniger außer Gefecht setzt. Auf sechs kurze Einsätze kommt der Torjäger seit dem Jahreswechsel. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht, zuletzt fiel er erneut aus.

Der 27-Jährige wurde mit 672 Stimmen vor Antonin Barak (456) und Jindrich Stanek (455) gewählt. Sein Landsmann und Leverkusener Teamkollege Adam Hlozek kam auf Platz fünf (156). „Die Auszeichnung ist für mich aufgrund der zweiten Jahreshälfte etwas überraschend. Ich schätze sie vielleicht noch mehr als letztes Jahr“, sagte Schick auf der Pressekonferenz zur Preisverleihung. Dann ließ der Bayer-Profi einen Satz folgen, den wohl kein Fan der Werkself gerne hört: „In drei bis vier Wochen würde ich gerne wieder auf dem Platz stehen.“

Die Leidenszeit des Angreifers geht weiter. Es gab in diesem Jahr nur etwa zwei Wochen, in denen er komplett schmerzfrei war. In diese kurze Phase fielen auch die Einsätze. Doch dann meldete sich erneut die Leiste. Die Verletzung soll konservativ und ohne Operation behandelt werden. Das ist das Credo in Leverkusen. Die Perspektive ist, dass gegen Ende April wieder mit ihm zu rechnen ist. Dann wäre er rund fünf Monate mehr oder weniger ausgefallen. „Es ist sehr frustrierend. Das ist einer der schwierigsten Momente in meiner Karriere“, sagte Schick in Prag.

Zudem gab er Einblicke in die Entstehungsgeschichte seines hartnäckigen Problems. Ursprung des Übels war demnach eine Trainingseinheit Ende Oktober vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg. „Bei einem Schuss spürte ich einen Stich in der Leistengegend. Die erste Untersuchung zeigte keine Verletzungen, nichts Muskuläres.“ Er habe damit gerechnet, schnell wieder spielen zu können, weil es scheinbar nichts Ernstes gewesen sei. „Aber leider gingen die Schmerzen nicht weg – und sie halten praktisch bis jetzt an.“

Im Februar gab Schick sein Comeback und erzielte beim 2:3 gegen Mainz prompt ein Tor. Auch beim 1:1 in Freiburg und 4:1 gegen Hertha BSC wirkte er als Joker mit, dazu kamen Einsätze in der Europa League. Alles deutete darauf hin, dass er bald wieder bei 100 Prozent sein könnte. „Doch dann bin ich aus heiterem Himmel aufgewacht und der Schmerz war wieder da.“ Allmählich entwickelt sich der Stürmer zu einem medizinischen Rätsel.

Er verbringe viel Zeit mit seinen beiden kleinen Kindern, erfreue sich an Formel 1 und Mixed Martial Arts, erzählte Schick. Und dann ist da natürlich noch die tägliche Arbeit in der Reha für seine diesmal hoffentlich nachhaltige Rückkehr. Das sei schwieriger, länger und härter als klassisches Training. „Wenn ich nach Hause komme, spiele ich dort keinen Fußball mehr und will nicht darüber reden.“ Der Frust sitzt Tief beim Nationalspieler. „Es ist die Unkenntnis der Diagnose, die nicht zu 100 Prozent gegeben ist. Ich war noch nie so lange draußen. Aber ich nehme es so, wie es ist, als eine weitere Hürde auf dem Weg, von der ich glaube, dass ich sie überwinden werde.“

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