Bayer 04 Leverkusen: Lukas Hradeckys Nerven leiden unter Gegentoren

Zwei Gegentore pro Spiel: Leverkusens schwache Bilanz zehrt an Hradeckys Nerven

Lukas Hradecky war nach der dritten Heimniederlage für Bayer 04 im fünften Spiel bedient. Der Torhüter nimmt das Team in die Pflicht. Schon am Donnerstag steht das nächste Pflichtspiel an.

Für Lukas Hradecky ist es eine ungewohnte Situation. 16 Mal musste der Torhüter von Bayer 04 in dieser Bundesliga-Saison schon hinter sich greifen. Bei acht absolvierten Spielen mit ihm in der Startformation bedeutet das einen Schnitt von zwei Gegentreffern pro Partie. Zum Vergleich: In seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt kassierte der Pokalsieger lediglich 1,36 Tore pro Bundesliga-Spiel. „Ich tue mich schwer mit den Gegentoren“, sagte der 28-Jährige nach dem 1:4 gegen Hoffenheim. Hradecky war an allen vier Treffern schuldlos. Das Abwehrverhalten seiner Vorderleute bereitet ihm aber zunehmend Sorgen.

Bei der Werkself liegt nach wie vor einiges im Argen. Das Team von Trainer Heiko Herrlich hat es verpasst, den Schwung nach den hohen Siegen in Bremen und Mönchengladbach mit in die Partie gegen Hoffenheim zu nehmen und unterlag aufgrund eines bisweilen abenteuerlichen Abwehrverhaltens verdient gegen clever agierende Kraichgauer. Die triste Realität lautet daher nach zehn Spielen: Platz 13, die viertschwächste Abwehr der Liga und ein zunehmend größer werdender Heimkomplex.

„Wie viele Gegentore haben wir? 21? Das sind klar zu viele“, sagte Hradecky nach der bereits dritten Heimniederlage dieser Spielzeit. Ihm zufolge dürfe sich die Werkself nicht auf ihr zweifelsfrei vorhandenes Potenzial verlassen, sondern müsse Spiele „auch mal eklig“ für sich entscheiden. „Wir hätten uns eine perfekte Woche erarbeiten können“, seufzte der Finne. „Jetzt ist die Frage, ob wir genug Charakter zeigen und wieder aufstehen können.“

Mit einem Erfolgserlebnis gegen den Champions-League-Teilnehmer wäre die Werkself wieder in Schlagdistanz zu dem oberen Tabellendrittel gelangt. So bleibt Bayer jedoch vorerst im grauen Mittelmaß stecken. Hradecky: „Mit eibem Sieg wären wir drangeblieben.“ Jetzt fühle es sich an, als müsse Leverkusen eine Strafrunde laufen.

Am kommenden Donnerstag (21 Uhr) kann Leverkusen mit einem Erfolg gegen den FC Zürich das Weiterkommen in der Europa League sichern. Weitaus wichtiger für den weiteren Saisonverlauf dürfte jedoch die Partie am Sonntag (15.30 Uhr) bei RB Leipzig werden. Vor rund einem Monat hatte Herrlich angekündigt, bis zur Winterpause den Kontakt zu den ersten Sechs herstellen zu wollen. Derzeit liegen sechs Punkte und sieben Teams zwischen Bayer 04 und dem sechsten Tabellenplatz, den derzeit Werder Bremen besetzt.

„Wir müssen in Leipzig etwas holen, eigentlich siegen“, betonte Hradecky. Um das zu schaffen, sollte der Fokus der Werkself in den kommenden Partien unter anderem auf einer besseren Konterabsicherung liegen und die defensiven Aussetzer minimiert werden. Lukas Hradecky und vielen Bayer-Fans würde das sicher gefallen.

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