DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach: Julian Brandt lobt Reifeprozess von Bayer 04 Leverkusen

Brandt lobt nach 5:0-Sieg Reifeprozess: Bayers „kleine Kiddies“ mit sehr erwachsener Leistung

Elf Tore in zwei Partien – der Knoten bei Bayer 04 scheint nach der Pokal-Party in Mönchengladbach geplatzt. Torschütze Julian Brandt freute sich vor allem über die Entwicklung der Mannschaft.

Sein Treffer in der fünften Spielminute ebnete Bayer Leverkusen in Mönchengladbach den Weg zum nächsten Torspektakel und zum Einzug in das Achtelfinale des Pokals. Vom DFB bekam Julian Brandt für seinen starken Auftritt in der zweiten Runde, bei dem er auch noch das zwischenzeitliche 3:0 durch Karim Bellarabi vorbereitete, anschließend den Titel „Man of the Match“ verliehen. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 22-Jährige nach dem zweiten hohen Auswärtssieg in Serie. Am Sonntag hatte Leverkusen bereits in der Liga Bremen mit 6:2 geschlagen.

„Wir haben Treffsicherheit bewiesen und Geduld gezeigt“, sagte der 21-fache deutsche Nationalspieler. In den ersten Saisonwochen hatte Brandt wieder und wieder die Naivität, mit der die Mannschaft bisweilen agierte, kritisiert. Zu oft ließ sich das Team von Trainer Heiko Herrlich durch einfache Fehler aus der Bahn werfen, kassierte vermeidbare Gegentore und ließ die Effizienz im Abschluss vermissen. „Wir haben oft wie Kinder gespielt, ein bisschen naiv. Inzwischen merkt man, wie die Mannschaft auch Fouls zieht und ihre Chancen nutzt. Die kleinen Kiddies werden gefühlt etwas erwachsener“, lobte Brandt.

Spiele wie das in Bremen würden Selbstvertrauen geben, was vor allem für eine junge Mannschaft wie die von Bayer 04 besonders wichtig sei. Zur Taktik in Gladbach sagte Brandt: „Wir haben sehr abwartend gespielt, da wir wussten, dass Gladbach eine spielstarke Mannschaft ist. Aus der Kompaktheit wollten wir wieder das machen, was uns auch am Sonntag in Bremen stark gemacht hat, und das war das Kontern.“ Mit einem Sieg mit fünf Treffern Unterschied habe auch er nicht gerechnet, aber: „Das nehmen wir gerne an.“

 Die Drangphase der Borussia beim Stand von 2:0 für die Werkself – Tin Jedvaj hatte kurz vor der Pause getroffen – überstand Leverkusen schadlos. Durch einen Doppelpack von Bellarabi und einen weiteren Treffer von Kevin Volland war die einseitige Partie dann entschieden. „Gladbach hatte Zweifel, dass sie das Spiel noch drehen können“, sagte Brandt, der sich vor allem über das „Zu-Null“ freute. „Wir lernen momentan sehr viel.“

Insgesamt war die Stimmung nach der Demontage der „Fohlenelf“ naturgemäß prächtig im Lager der Werkself. Lukas Hradecky, finnische Frohnatur und Torhüter bei Bayer Leverkusen, scherzte auf dem Weg in die Kabine: „Heute haben wir nur fünf und keine sechs Tore gemacht. Ich bin ein bisschen enttäuscht von den Jungs.“

Der Schlussmann durfte sich gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts mehrfach auszeichnen. Seine Parade bei Lars Stindls Schuss in der 64. Minute beim Stand von 2:0 war laut seines Trainers Heiko Herrlich gar die Schlüsselszene.

„Heute war es auch taktisch gut. In der ersten Halbzeit standen wir tief und haben Konter gefahren“, sagte Hradecky, der keine Erklärung für die Leistungsexplosion der Werkself hatte, gleichwohl sagte: „Natürlich hat der Sieg in Bremen gutgetan.“

Zeit, um den Pokaltriumph lange zu feiern, hat die Werkself nicht. Am Samstag empfängt Leverkusen die TSG Hoffenheim in der BayArena (15.30 Uhr).

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