Bayer 04 Leverkusen: So erfindet Heiko Herrlich die Werkself neu

Elf Tore in zwei Spielen: Wie Herrlich Bayer 04 Leverkusen neu erfindet

Die Umstellungen von Leverkusens Trainer Heiko Herrlich zeigen Wirkung. In den Auswärtsspielen in Bremen und Mönchengladbach gab es zwei deutliche Siege. Jetzt kommt die TSG Hoffenheim.

Gerade einmal eine Woche ist es her, da war die Stimmung unter dem Bayer-Kreuz am Tiefpunkt. Leverkusen hatte 2:3 in Zürich verloren, und Trainer Heiko Herrlich stand mehr denn je im Kreuzfeuer der Kritik. Die ebenso überraschenden wie spektakulären Siege im Anschluss in Bremen (6:2) und im Pokal in Mönchengladbach (5:0) sind ein Stimmungsaufheller, dessen langfristige Wirkung sich aber erst noch zeigen muss. Am Samstag (15.30 Uhr) ist die TSG Hoffenheim zu Gast in der BayArena.

Die Frage, die sich derzeit viele Beobachter und Fans stellen: Woher kommt der plötzliche Aufschwung nach Wochen der Enttäuschung? Herrlich hatte vor der Partie gegen die Kraichgauer recht simple Erklärungen für die Leistungsexplosionen parat. Er habe seinen Spielern in den vergangenen Wochen immer wieder Mut zugesprochen, sagte der 46-Jährige. Zudem habe die Werkself eine hohe Bereitschaft an den Tag gelegt, „gegen den Ball“ zu arbeiten. Diese zuvor freilich selten gezeigte taktische Disziplin sei nun auch gegen die TSG Grundlage für ein Erfolgserlebnis. Davon ist Herrlich überzeugt.

Neben den von ihm angesprochenen Punkten hilft es natürlich, dass sich Spieler wie Karim Bellarabi und Kai Havertz seit einiger Zeit in Top-Form präsentieren. Während Bayers 19-jähriges Juwel Havertz den Werksklub vor allem in den ersten Saisonwochen auf seinen Schultern trug, war es zuletzt der beinahe in Vergessenheit geratene Bellarabi, der für Furore sorgte. Der 28-jährige Flügelstürmer erzielte in den vergangenen fünf Partien sechs Treffer und bereitete drei vor. Ähnlich erfolgreich war der elfmalige deutsche Nationalspieler zuletzt in der Saison 2015/16 unterwegs.

Ein weiterer Grund für den von Herrlich herbeigeführten Umschwung in den vergangenen beiden Partien war gewiss auch der Wechsel von einer Vierer- auf eine Dreierabwehrkette. So konnte Leverkusen bereits in Bremen sein gefürchtetes Umschaltspiel erstmals in dieser Spielzeit konsequent zur Schau stellen – inklusive der taktischen Flexibilität, die Bayer 04 bereits in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat.

Von einer „Depression“ nach dem mageren Saisonstart wollte Herrlich indes nichts wissen. „Wir haben auch in der Phase, in der die Ergebnisse nicht gestimmt haben, Moral bewiesen“, sagte der 46-Jährige. „Wir erarbeiten uns gerade das Glück.“ Und auch das Leverkusener Lazarett lichtet sich vor dem Spiel gegen die Elf von Trainer Julian Nagelsmann: Julian Baumgartlinger und Charles Aránguiz könnten erstmals seit Monaten zum Einsatz kommen.

Ein weiterer Erfolg, und Bayer Leverkusen wäre wieder im Rennen um einen Platz im oberen Drittel der Tabelle.

Mehr von RP ONLINE