Darum verlor Bayer Leverkusen das bislang bestes Heimspiel

Nach der 1:4-Klatsche gegen Hoffenheim: Wie Bayer 04 das bislang beste Heimspiel verlor

Kapitän Lars Bender attestiert der Werkself trotz der deutlichen Pleite eine gute Leistung. Die Tendenz stimme trotz des Rückschlags, sagte er mit Blick auf den missratenen Abschluss einer ansonsten spektakulären Englischen Woche.

Wenige Minuten, nachdem das 1:4 (1:2) gegen Hoffenheim besiegelt und das Zwischenhoch der Werkself nach zuletzt zwei deutlichen Siegen in Pokal und Liga beendet war, verblüffte Lars Bender mit seiner Analyse der vorangegangenen rund 90 Minuten. „Es war unser bester Heimauftritt. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft“, sagte der Kapitän von Bayer 04 und ergänzte: „Wir waren gierig und haben auch wieder Fußball gespielt.“

Das ist angesichts des Ergebnisses freilich eine gewagte Aussage, doch der 29-Jährige hat nicht unrecht mit seiner Einschätzung. Bayer spielte über weite Strecken bissig, war sicher in den Pässen und suchte immer wieder zielstrebig den Weg Richtung gegnerisches Tor. Doch die TSG schaffte es, in den entscheidenden Situationen die passende Antwort zu geben und Leverkusen den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Die Spielgeschichte stimmte heute nicht“, sagte Bender.

Das 0:1 durch Nelson fiel quasi aus dem Nichts. Bis dahin war von Hoffenheim nicht viel zu sehen. Der erneut stark aufspielende Karim Bellarabi markierte den Ausgleich (30.), ehe Joelinton sein Team erneut in Front brachte (34.). Kurz danach musste Bellarabi mit muskulären Problemen im Oberschenkel vom Platz. Vincenco Grifos Elfmeter (49.) und ein durch Joelinton blitzsauber abgeschlossener Konter (73.) sorgten für klare Verhältnisse. Die Reaktion der Werkself auf die jeweiligen Gegentore bestand im Wesentlichen aus wütenden Gegenangriffen, denen allerdings die letzte Präzision fehlte.

„Wir hatten sicher noch ein, zwei Tore auf dem Fuß, doch wir machen sie nicht“, konstatierte Lars Bender, der in dem durch Jonathan Tah verursachten Elfmeter kurz nach der Halbzeit neben dem Ausfall von Bellarabi einen Knackpunkt der Partie sah. Bis zum 1:3 habe man sich noch auf „absoluter Augenhöhe“ gewähnt. „Das war natürlich ein unglücklicher Spielverlauf. Die positive Erkenntnis ist, dass wir trotz allem nicht aufgesteckt haben.“ Das Spiel fühle sich trotz allem nicht wie ein herber Rückschlag an, betonte der 29-Jährige.

Das ist angesichts der Tabelle allerdings ein schwacher Trost. Nach zehn Spieltagen steckt die Werkself mit elf Punkten im unteren Mittelfeld des Klassements fest. Der Relegationsplatz ist inzwischen ebenso nah wie Rang sechs, der am Ende den Europa-League-Teilnehmer mit Champions-League-Ambitionen zumindest wieder auf die europäische Fußballbühne bringen würde. Insofern ist die Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um einen der begehrten Plätze im oberen Drittel der Tabelle ein herber Rückschlag – selbst wenn die Leistung insgesamt keine schlechte war.

„Es ist und bleibt eine schwierige Saison“, fasst Bender die Lage der Leverkusener zusammen. „Wir hängen in Bereichen der Tabelle fest, in denen wir uns im Sommer nicht gesehen haben, aber diese Situation müssen wir jetzt annehmen.“ Die Tendenz sei trotz des 1:4 in Ordnung, betont er mit Blick auf die Siege zuletzt in Bremen (6:2) und im Pokal in Mönchengladbach (5:0) und der erneut ordentlichen Leistung. „Jetzt müssen wir eben nach Leipzig fahren und das Spiel gewinnen“, fordert der gebürtige Rosenheimer beinahe trotzig. „Im vergangenen Jahr haben wir dort auch ein Ausrufezeichen gesetzt.“ Zur Erinnerung: Damals gelang Bayer 04 ein 4:1-Sieg bei den Sachsen.

Vorher steht am Donnerstagabend aber noch das Heimspiel gegen den FC Zürich an (21 Uhr). Mit einem Sieg gegen die Schweizer würde die Werkself das Tor zur K.o.-Phase der Europa League weit aufstoßen. Das Hinspiel in der vergangenen Woche ging indes 2:3 verloren. Da waren allerdings Leistung und Ergebnis in Einklang.

Mehr von RP ONLINE