Bayer 04 Leverkusen - TSG 1899 Hoffenheim: Hoffenheim beendet Höhenflug der Werkself

1:4-Niederlage: Hoffenheim beendet kleinen Höhenflug der Werkself

Dem 6:2 in Bremen und 5:0 in Mönchengladbach folgte ein 1:4 gegen Hoffenheim. Bayer 04 steckt nach der fünften Niederlage weiterhin im Niemandsland der Tabelle fest. Die Werkself verpasst den Anschluss an die vorderen Plätze.

Ein Blick auf die Tabelle vor dem 10. Spieltag reichte aus, um die Bedeutung des Heimspiels gegen die TSG Hoffenheim zu erkennen. Einzig ein Sieg hätte der schwach in die Saison gestarteten und im Niemandsland versackten Werkself geholfen, den Anschluss nach oben zu wahren – und die bislang erfolgreiche Englische Woche nach den Siegen in Bremen (6:2) und Mönchengladbach (5:0) zu vergolden. Das ist nicht gelungen. Die 1:4 (1:2)-Niederlage ist ein empfindlicher Rückschlag.

Heiko Herrlich verzichtete gegen die TSG auf Rotation und blieb auch bei der je nach Ballbesitz wechselnden Fünfer- oder Dreierkette. Einzig Tin Jedvaj, der am Mittwochabend in Mönchengladbach das 2:0 erzielte, rückte für Aleksandar Dragovic in die Startelf.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann hingegen rotierte gleich auf acht Positionen im Vergleich zur Pokalniederlage in Leipzig unter der Woche (0:2).

Die rund 28.000 Zuschauer in der BayArena erlebten einen flotten Auftakt. Nach einer halbgefährlichen Szene der Gäste durch Florian Grillitsch und Joelinton (3.) hatte Bayer die erste richtig gute Chance im Spiel. Über Karim Bellarabi konterte die Werkself vielversprechend, doch die Flanke des zuletzt formstarken 28-Jährigen konnte der völlig freie Lars Bender aus wenigen Metern nicht präzise genug auf das Tor köpfen (4.).

Nur wenige Minuten später hatte Herrlichs Team die nächste dicke Chance: Einen zunächst aus dem Strafraum geköpften Freistoß von Julian Brandt nutzte Volland für einen Schuss aus der zweiten Reihe, der TSG-Keeper Oliver Baumann zu einer Parade zwang. Beim Klärungsversuch landete der Ball schließlich im Hoffenheimer Tor, doch der Treffer zählte nicht, weil der Schiedsrichter vorab eine Abseitsposition erkannt haben wollte (10.).

Bayer war sicher in den Pässen, bissig, zweikampfstark und ideenreich – also ziemlich genau der Gegensatz zu den teils desolaten Auftritten in den Vorwochen. Dennoch waren es die Hoffenheimer, die quasi aus dem Nichts in Führung gingen. Nach einer kurzen Ecke schoss der sträflich alleingelassene Nelson von der linken Strafraumkante den Ball mit viel Gefühl und gutem Auge ins obere rechte Eck (18.).

Die Gäste standen nun nicht mehr ganz so offen wie zu Beginn und machten die Räume für die bis dahin immer wieder gefährlich konternde Werkself weitgehend zu. Entsprechend folgte eine ruhigere Phase, ehe Karim Bellarabi nach einem schönen Steilpass von Mitchell Weiser mit einem ebenso frechen wie sehenswerten Schuss aus spitzem Winkel Baumann düpierte und den Ausgleich markierte (30.).

Keiner verkörpert den jüngsten Aufschwung der Leverkusener so wie der gebürtige Berliner, der nun in den vergangenen sechs Pflichtspielen ebenso oft ins gegnerische Tor traf. Eine bärenstarke Quote.

Doch die Freude über den Ausgleich währte nicht lange, denn nur vier Minuten später ging die TSG durch Joelintons gut gezielten Kopfball nach Flanke von Pavel Kaderábek erneut in Führung (34.). Kurz danach drosch Julian Brandt einen abgewehrten Distanzschuss von Bellarabi weit über das gegnerische Tor (36.). Doppelt bitter: Der Torschütze zum 1:1 musste direkt im Anschluss an die Szene mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Für ihn kam Leon Bailey in die Partie.

Zur Halbzeit musste Herrlich erneut wechseln. Sven Bender musste mit muskulären Problemen im linken Oberschenkel in der Kabine bleiben, dafür kam Julian Baumgartlinger zu seinem ersten Einsatz seit seiner Verletzung in der ersten Pokalrunde in Pforzheim Mitte August.

Der Österreicher musste mit ansehen, wie Jonathan Tah Joelinton im eigenen Sechzehner elfmeterwürdig zu Fall brachte (49.). Vincenco Grifo verwandelte sicher, hart und flach ins rechte Eck.

Bayer hätte beinahe im direkten Gegenzug geantwortet, doch der am Fünfmeterraum freigespielte Brandt ließ die eigentlich ideale Chance aus wenigen Metern kläglich aus (50.). Auch Kai Havertz hatte aus spitzem Winkel kein Glück, denn Baumann parierte seinen Versuch (52.). Anschließend zwang Volland den TSG-Keeper mit einem Kopfball zu einer erneuten Rettungstat (54.). Auch Baileys gut getretener Freistoß aus der zweiten Reihe fand sein Ende an Baumanns Fäusten (62.).

Die Werkself versuchte in der Schlussphase alles, um das Spiel doch noch zu drehen und kombinierte sich immer wieder gefährlich Richtung Torerfolg, doch die Wende sollte trotz der vielversprechenden Versuche von Lars Bender (70.) und Volland (72.) nicht mehr gelingen. Stattdessen machte Joelinton nach einem blitzsauber vorgetragenen Konter der Gäste alles klar (73.).

Insgesamt also ein ernüchternder Nachmittag für Herrlichs Team, für das es am Donnerstagabend in der Europa League gegen den FC Zürich weitergeht (21 Uhr). In der Bundesliga sieht die Lage in Leverkusen nach elf Punkten aus zehn Spielen weiterhin trist aus. Der Relegationsplatz ist mittlerweile genauso weit entfernt, wie Rang sechs, den zumindest bis zum Samstagabendspiel zwischen Berlin und Leipzig die TSG mit 16 Zählern belegt.

Bayer Leverkusen - TSG Hoffenheim 1:4 (1:2)

Leverkusen: Hradecky - Tah, Sven Bender (46. Baumgartlinger), Jedvaj - Weiser, Havertz, Lars Bender, Wendell - Bellarabi (38. Bailey), Volland, Brandt (67. Paulinho). - Trainer: Herrlich

Hoffenheim: Baumann - Adams, Vogt (59. Bicakcic), Akpoguma - Kaderabek, Grillitsch, Nordtveit, Schulz - Grifo (78. Bittencourt), Joelinton, Nelson (64. Belfodil). - Trainer: Nagelsmann

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Tore: 0:1 Nelson (19.), 1:1 Bellarabi (30.), 1:2 Joelinton (34.), 1:3 Grifo (49., Foulelfmeter), 1:4 Joelinton (73.)

Zuschauer: 27.589

Gelbe Karten: - Akpoguma (2), Adams (2)

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