Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmanns Jubiläum im DFB-Pokal endet 0:5 gegen Bayer 04 Leverkusen

Borussia-Niederlage gegen Leverkusen: Herrmanns Frust-Jubiläum im Pokal

Der Patrick Herrmann darf in seinem 25. Pokalspiel nur 45 Minuten mitwirken. Doch auch der für ihn eingewechselte Ibrahima Traoré kann beim 0:5 die höchste Heimniederlage im Pokal gegen ein gnadenlos effektiv konterndes Bayer Leverkusen nicht verhindern.

Es waren zwei Begegnungen mit Lars Bender, die sinnbildlich für Patrick Herrmanns frustrierenden Pokal-Abend gegen Bayer Leverkusen standen. Als Borussias Rechtsaußen in der 22. Minute frei im gegnerischen Strafraum zum Schuss kam, war es Bayers Kapitän, der den Versuch entschärfte. Und 20 Minuten später sah Herrmann von Schiedsrichter Tobias Welz nach einem energischen Luftkampf mit Bender die Gelbe Karte. Herrmann protestierte aufgebracht, der Frust musste raus, zumal Borussia 0:1 zurücklag – und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gar das 0:2 kassierte.

Für Herrmann endete die Partie bereits mit dem Pausenpfiff. Von der Bank aus musste er mitansehen, wie Borussia überrollt wurde. Leverkusen siegte in der zweiten Pokalrunde 5:0 und besiegelte damit das vierte Gladbacher Pokal-Aus im heimischen Borussia-Park in Folge.

Trainer Dieter Hecking hatte im Vergleich zum 1:3 beim SC Freiburg drei Änderungen in der Startformation vorgenommen. Eine davon war Herrmanns Hereinnahme anstelle des verletzten Alassane Plea. Dass der 27-Jährige erstmals seit Ende September von Beginn an auflaufen durfte, verwunderte nicht. Und das lag nicht allein daran, dass Herrmann ein ausgewiesener Leverkusen-Spezialist ist. Bereits sechs Ligatore gelangen dem Offensivmann gegen die Werkself.

Und als Borussia in der zweiten Pokalrunde 2010/11 Leverkusen letztmals im Pokal ausschaltete, war Herrmann als Jungprofi bereits im Kader.

Jene Randnotiz verdeutlicht jedoch, dass Herrmann im Borussenteam mittlerweile zu den Routiniers zu zählen ist. Im aktuellen Gladbacher Kader ist er gar der Spieler mit den meisten Pokalpartien als Borusse. Gegen Leverkusen feierte Herrmann ein kleines Jubiläum und bestritt sein 25. Spiel im nationalen Cup-Wettbewerb – keines, an das er sich gerne erinnern wird. Dabei präsentierte sich der Flügelmann zuletzt in der besten Verfassung seit dem Beginn seiner langen Verletzungsmisere vor mehr als drei Jahren. Zwei Tore und zwei Vorlagen verbuchte Herrmann bislang in der Bundesliga. Und zum Pokal-Auftakt gegen Hastedt legte er als Einwechselspieler Plea einen Treffer auf.

Gegen Leverkusen hingegen tat sich Herrmann schwer, Offensivakzente zu setzen. Das lag zum einen am aufmerksamen Defensivverbund der Leverkusener, zum anderen am zu statischen Angriffsspiel der Gastgeber. Zudem lief Gladbach früh einem Rückstand hinterher, nachdem Bayers Angreifer Julian Brandt in der fünften Minute mit einem präzisen Linksschuss das 0:1 erzielt hatte. Herrmann versuchte seinem Teamkollegen Michael Lang noch gegen Brandt zu Hilfe zu eilen, konnte aber letztlich nur noch tatenlos mitansehen, wie Brandts Schuss ins lange Eck trudelte.

Nach 20 Minuten wurde Borussia zwar agiler, Herrmanns Hereingaben sorgten indes nicht für Torgefahr. Leverkusen war mit seinen sporadischen Gegenstößen gefährlicher und legte kurz vor der Pause durch Tin Jedvaj nach. Eine schwere Hypothek für die zweite Halbzeit, in der Ibrahima Traoré Herrmanns Job übernahm. Der Nationalspieler aus Guinea bekommt von Hecking nach seiner Muskelverletzung zu Saisonbeginn Schritt für Schritt mehr Spielzeit, mehr als 45 Minuten wurden es gegen Leverkusen aber nicht.

Der quirlige Tempodribbler setzte sich zwar gleich in Szene, auch wenn sein erster Schuss fast an der Eckfahne landete (48.). Wesentlich besser war seine Direktabnahme 17 Minuten später, doch auch da verfehlte der 30-Jährige das Tor. Dass Leverkusens Angreifer wesentlich präziser abschlossen, demonstrierte Karim Bellarabi kurz darauf mit seinem trockenen Flachschuss zum 0:3.

Und spätestens mit dem vierten und fünften Leverkusener Treffer, durch Bellarabi und Kevin Volland, erinnerte vieles an das bittere 1:5 in der Liga gegen Bayer vor gut einem Jahr. Es war die höchste Heimniederlage im Pokal. Ein historischer Abend zum Vergessen – nicht nur für Herrmann und Traoré.

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