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SPD-Newcomerin Reem Alabali-Radovan ist künftig für Flüchtlinge zuständig

Neue Integrationsbeauftragte : SPD-Newcomerin ist künftig für Migration und Flüchtlinge zuständig

Sie ist erst seit Januar in der SPD und soll ab diesem Mittwoch bereits Mitglied in der Bundesregierung sein. Reem Alabali-Radovan ist eine Überraschung im Kabinett von Olaf Scholz. Wie tickt die 31-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern?

Am Montag klingelte ihr Telefon. Der künftige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt war dran und fragte Reem Alabali-Radovan mit einem schönen Gruß von Bald-Kanzler Olaf Scholz (SPD), ob sie Staatsministerin und Integrationsbeauftragte werden wolle. Lange überlegen musste die 31-Jährige nicht. Nun tritt sie an diesem Mittwoch die Nachfolge von Annette Widmann-Mauz (CDU) im Kanzleramt an. 

Alabali-Radovan wurde 1990 in Moskau geboren. Ihre aus dem Irak stammenden Eltern studierten zu der Zeit dort. Die beiden Ingenieure zogen sechs Jahre später nach Deutschland und beantragten Asyl, weil sie im Irak politisch verfolgt wurden. Ihre Ingenieursdiplome wurden nicht anerkannt, heute arbeiten Alabali-Radovans Eltern in Schwerin im Einzelhandel und in der Gastronomie.

In Mecklenburg-Vorpommern war Reem Alabali-Radovan bereits Landesbeauftragte für Migration. Erst im Januar trat sie in die SPD ein. Der riesige Karrieresprung direkt an den Kabinettstisch von Olaf Scholz ist eine der größten Überraschungen im Ampel-Personaltableau. Aber was es heißt, mit einer Migrationsgeschichte in Deutschland Fuß zu fassen, sich politisch zu engagieren, sich durchzubeißen – das weiß Reem Alabali-Radovan sehr genau. Sie will sich künftig unter anderem dafür einsetzen, dass Projekte gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit gestärkt werden, auch durch finanzielle Hilfen des Bundes. Und sollte sie dabei mal auf Widerstände stoßen, könnte es ihr helfen, dass sie Hobby-Boxerin ist.