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Kolumne „Hier in NRW“: Wohnen und Klima

Kolumne „Hier in NRW“ : Wohnen und Klima

Die Folgen der Klimawende für die Wohnungswirtschaft werden unterschätzt.

Mietern und Eigentümern droht eine Kostenlawine. Der breite Konsens für mehr Klimaschutz wird vor der Wohnungswirtschaft kaum Halt machen. 11,5 Prozent der Treibhausgasemissionen entfallen in NRW auf private Haushalte. Zum Vergleich: Autos tragen knapp 18 Prozent bei. Autofahrer werden an den Folgekosten der Klimawende bereits erheblich beteiligt. Sie müssen Fahrverbote hinnehmen, durch Umweltabgaben verteuerte Spritpreise, durch Umweltauflagen verteuerte Autos, in Kürze wahrscheinlich ein Tempolimit und mittelfristig wohl notwendige Investitionen in E-Autos. Man könnte ihre Daumenschrauben noch fester anziehen. Aber nicht, wenn die Politik dem Bürger grundsätzlich noch einen bezahlbaren Individualverkehr ermöglichen will.

Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist auch schon beschlossene Sache, die Industrie gerät beim Klimaschutz immer weiter an den Rand ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Also bleibt für weitere Klimaschutzambitionen fast nur noch die Wohnungswirtschaft übrig – zumal die Bundesregierung einen klimaneutralen Gesamtgebäudebestand bis 2050 vorgibt.

Die halbwegs bezahlbaren energetischen Gebäudesanierungsmaßnahmen sind aufgrund früherer Förderprogramme und Auflagen in der Fläche schon sehr weitgehend umgesetzt. Um den Gebäuden nun weitere Energiesparreserven abzuringen, wird es auf technisch aufwendige und damit teure Lösungen hinauslaufen. Auf viel weniger als durchschnittlich 50 Euro Kosten je Quadratmeter binnen der nächsten Jahre kann in der Wohnungswirtschaft kaum jemand hoffen. Neben den technischen und finanziellen Fragen wirft das Thema auch eine brisante politische auf: Wie werden diese Kosten zwischen Mietern und Eigentümern verteilt?

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