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Rennen um CDU-Vorsitz: Wenn Laschet viral wird

Kolumne: Hier in NRW : Wenn Laschet viral wird

Die Corona-Pandemie wirbelt den Wett­bewerb um den CDU-Vorsitz durcheinander und der findet derzeit vornehmlich im Netz statt. Die Strategien der verbliebenen Kandidaten sind dabei recht verschieden.

Während gerade Forscher rund um den Globus einen Impfstoff gegen das Coronavirus suchen, gibt es für all jene, die sich aktiv in den Sozialen Medien tummeln, nichts Schöneres als Viralität. Das gilt selbstredend auch für die Politik. Eine PR-Agentur aus Berlin hat sich nun die Social-Media-Aktivitäten der drei Bewerber um das Amt des CDU-Bundesvorsitzenden angeschaut. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, den einige Parteifreunde ja schon in Richtung Schloss Bellevue wegloben wollten, muss sich mit Silber begnügen. Denn auch wenn er laut dem Politik-Monitor der Agentur Diskurs Communication in den klassischen Medien den beiden Wettbewerbern den Rang abläuft, bescheren die Bierdeckelliebhaber Friedrich Merz mit 94.889 Followern bei Twitter und 43.167 Facebook-Freunden im Netz die größere Fan-Gemeinde. Dank ihnen schaffte Merz einen in jeglicher Hinsicht viralen Erfolg, indem er seine Covid-Erkrankung öffentlich machte und dafür 14.754 Reaktionen erntete.

Auch Laschets größter Social-Media-Erfolg ist ans Virus geknüpft: Er brachte es auf immerhin 5500 Reaktionen mit seiner humorigen Anleitung zum Maskentragen – als Antwort auf seinen eigenen Patzer beim Anlegen einer solchen. Der politische Gegner raunte da bereits, dass womöglich die für die Heinsberg-Studie zuständige PR-Agentur Storymachine auf den Gag gekommen sei. Belege gibt es nicht. Die Landesregierung stellte vielmehr klar, dass die Agentur nicht für ihre Social-Media-Kanäle zuständig sei.

Norbert Röttgen versucht erst gar nicht, viral zu gehen und begnügt sich mit außenpolitischen Social-Media-Beiträgen nahezu unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Und so bleibt die Einsicht, dass das Virus ein spannendes Rennen zumindest vorerst in den Lockdown gezwungen hat.

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