Pendeln in NRW: Verkehrsminister Hendrik Wüst beim Kongress der Rheinischen Post

Kolumne „Hier in NRW“ : Pendeln als Desaster – ein Land ringt um Lösungen

NRW muss sich etwas einfallen lassen. Die Pendler-Verkehre ersticken das Land. Donnerstag diskutieren Experten im NRW-Verkehrsministerium, was getan werden kann – und wohl auch, was getan werden muss.

Nordrhein-Westfalen gehört zu den wohlhabenderen Bundesländern. Die hohe Arbeitsplatzdichte beschert dem Land Wohlstand und Abwechslung. Die Kehrseite: Es gibt nur wenige Regionen in Deutschland, die so sehr unter dem Hin- und Her der Berufstätigen leiden wie die Ballungsräume in NRW.

Düsseldorf ist die Pendlerhauptstadt des Landes. An Werktagen wächst die Bevölkerung tagsüber um 200.000 auf über 800.000 Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten. Mit entsprechenden Folgen für den Verkehr in der Landeshauptstadt und ihrer Umgebung. 41 Prozent der Berufstätigen brauchen hier täglich 90 Minuten für den Weg zur Arbeit und zurück. Bei 250 Arbeitstagen im Jahr verbringt der durchschnittliche Arbeitnehmer hier also mehr als zwei Wochen Lebenszeit pro Jahr nur für den Arbeitsweg. Ein heftiger Wert, der in Städten wie Köln und Essen kaum besser aussieht.

Die Lieferwagen von Zalando und Amazon beanspruchen die eine Hälfte der Fahrspuren für sich, die andere Hälfte scheint im Kampf gegen die schlechte Luft den Umweltspuren geopfert zu werden. Ausweichen auf den ÖPNV geht auch nicht immer, weil ja gerade das Pendler-Häuschen im Grünen nur deshalb so idyllisch ist, weil es eben nicht perfekt angebunden ist.

Am kommenden Donnerstag widmet unsere Redaktion dem Problem der Pendler einen eigenen Mini-Kongress. Im Rahmen der Initiative „Deutschland mobil 2030“ und mit Partnern des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, des Auto Clubs Europa und 15 weiteren Institutionen aus NRW diskutieren wir einen Tag lang mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und anderen Experten Lösungen für das Pendler-Problem. Die Veranstaltung ist ausgebucht. Aber wir werden darüber berichten. In der Rheinischen Post und bei RP Online.

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