Xanten: FZX stellt Arbeiten für Gesundheitstourismus vor

Xanten: FZX stellt seine Bauarbeiten vor

3,7 Millionen Euro werden bis Ende 2019 an der Nord- und Südsee in Gesundheitsangebote investiert. Was genau, haben Wilfried Meyer, Stephan Tietz und Ralf Müller bei einer Baustellenführung vorgestellt.

Die Menschen mitnehmen, ihnen zeigen, was da gebaut wird – mit dieser Methode hat schon Bürgermeister Thomas Görtz gute Erfahrungen gemacht. Die offenen Baustellenführungen im und um den Kurpark kommen bei den Bürgern gut an. Sie stellen Fragen, auch kritische, machen Anmerkungen und erfahren so aus erster Hand alle wichtigen Informationen zum Projekt. Auch Wilfried Meyer, Chef des Freizeitzentrums Xanten (FZX), ist von diesen Führungen überzeugt. Er sagt: „Aus den Gesprächen können sich auch neue Perspektiven ergeben, worüber man dann nachdenken kann.“ Aus diesem Grunde lud er für Donnerstagabend die Wardter sowie alle anderen Interessierten ins Strandbad ein.

Etwa 30 Bürger waren gekommen, um sich die Bauarbeiten, die bis Ende 2019 unter dem Titel „Gesundheitstourismus Xantener Nord- und Südsee“ stehen, anzuschauen. Genauer gesagt werden dort für insgesamt 3,7 Millionen Euro – 80 Prozent davon übernimmt das Land – Kneipp-Angebote errichtet. Darin enthalten ist auch der barrierefreie Ausbau des Freizeitzentrums. Ein Projekt, das es so kein zweites Mal in Deutschland gibt. Und das ist der aktuelle Stand:

Der zentrale Platz: An der Straße Am Meerend entsteht der neue zentrale Platz, der unmittelbar vor der Fertigstellung steht. Er ist das Eingangstor zur Xantener Nord- und Südsee. Auch alle Wanderwege beginnen dort. „Mittelpunkt ist das FZX-Infocenter, wo man seinen Angelschein genauso abholen kann wie die Karten fürs Oktoberfest. Auch der Eingang zum Strandbad befindet sich dort“, sagt Stephan Tietz. Er ist der Leiter des Projekts und stellt die weiteren Neuerungen vor. So wurde der zentrale Platz so gestaltet, dass sich alle Besucher – auch Menschen mit Behinderungen – gut zurechtfinden. An die Mobilität wurde auch gedacht. So gibt es nun eine Bus-Schleife mit Blindenleitsystem und abgesenktem Bordstein. „Das ist vor allem für Besucher, die mit Bussen anreisen, ideal“, sagt Tietz. Dazu Parkplätze und 100 Fahrradständer. „Im nächsten Jahr wird die Stadt auch die Bushaltestelle ,Jugendherberge’ an den Eingang verlegen, diese barrierefrei ausbauen und eine Insel zur Verkehrsberuhigung errichten“, sagt Meyer.

Das Strandbad: Das soll nach und nach zu einem barrierefreien Naturbad umgebaut werden. Dazu gibt es einheitliche und – wie auch schon im Kurpark – gradlinige Wege. In einem nächsten Schritt wird der Strandbereich vergrößert und abgeflacht. Auch einen Rollstuhl für den Strand wird es künftig geben. Höhepunkt wird aber sicherlich das neue 12,5 mal 25 Meter große schwimmende Naturbecken sein mit einer Wassertiefe von 1,30 Meter. „Der Zugang erfolgt über einen Steg, den auch Rollstuhlfahrer benutzen können“, erklärt Tietz. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, im Naturbad zu schwimmen oder dort Wasseranwendungen zu bekommen. „Es ist das gleiche Wasser wie in allen anderen Bereichen auch“, sagt Tietz.

Umkleiden und Toiletten: Für das Thema „Toiletten“ werden die Verantwortlichen beim FZX oft belächelt, sie sagen aber: „Wir wollen jedem Besucher die Möglichkeit geben, rauszugehen.“ Aus diesem Grunde gibt es auf dem Gelände nun vier barrierefreie WC-Anlagen. Auf eine davon ist man besonders stolz. „Die WC-Anlage im Strandbad ist nicht nur barrierefrei, sie hat auch eine Dusche, Automatiktüren, Lift- und Notsysteme. So eine Toilette für alle gibt es bisher nur im Deutschen Museum“, sagt Tietz. Es folgt zudem ein autarkes Natur-WC am Nordostufer der Nordsee. „Diese Toilette ist vor allem für die Radwanderer gedacht, die aus Rees kommen.“ Bei den vier neuen Umkleiden hat man sich für die vandalismus-arme Variante entschieden – leichte, offene, aber geschützte Bauweise, kein Warmwasser, gut zu reinigen.

Wanderwege: Die bisherigen Wanderwege rund um Nord- und Südsee erhalten eine Beschilderung. Zwischen Strandbad und neuem Baugebiet kommt ein etwa 500 Meter langer Weg hinzu. Dort wird dann auch ein Bewegungsparcours errichtet.

Veranstaltungsfläche: Die Veranstaltungsfläche für die Konzerte und Kabarettabende im Strandbad wurde auf 4500 Quadratmeter vergrößert und neu ausgerichtet. Die Bühne steht nun mit dem Rücken zum neuen Baugebiet. „Die Künstler haben nun den besten Blick“, sagt Meyer, der dadurch auch die Lautstärke, die im Dorf ankommt, reduzieren möchte.