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Bildungsträger Fachwerk Moers sieht Handwerk digital vor großen Chancen

Ausbildungsinitiative Kreis Wesel (Folge 3) : Handwerk digital vor großen Chancen

Der gemeinnützige Bildungsträger Fachwerk aus Moers sieht im Handwerk Potenziale für modernste Technik. „Einsatzgebiete im Handwerk gibt es zur Genüge“, sagt Geschäftsführer Rainer Henke.

Die Corona-Krise unterstreicht wie kein anderes Ereignis zuvor die Wichtigkeit der Digitalisierung. Ohne bargeldloses Zahlen, kontaktfreies Bestellen, Arbeiten im Homeoffice, Telefon- und Videokonferenzen sowie Unterricht per Webinaren würde das Leben stillstehen. Die Abhängigkeit der modernen Gesellschaft zeigt sich dabei ebenso. Andererseits weitet die aktuelle Lage den Blick auf Chancen und Potenziale. Die gibt es auch im Handwerk, wie Rainer Henke und Frank Rehbein von der Geschäftsführung der Fachwerk Kreis Wesel gGmbH aus Moers erläutern.

Den Trend zur Digitalisierung bekommen die rund 80 Mitarbeiter deutlich mit, die in den verschiedenen Bereichen der Weiterbildung, Berufsrückkehr sowie Berufsvorbereitung tätig sind. Der regionale Bildungsträger betreibt unter anderem Integrationsarbeit und bietet soziale Beschäftigungen an. Darüber hinaus ist er im Kreis Wesel sowie im euregionalen Raum durch Kooperationen mit Arbeitgebern und -agenturen, aber auch Beratungseinrichtungen und Unternehmerverbänden dicht vernetzt.

Privatkunden zählen ebenfalls zum Kundenkreis der gemeinnützigen Gesellschaft, die sich als Bindeglied zwischen Auftraggeber, Kunde und Arbeitsmarkt versteht und den Arbeitsmarkt beobachtet, um schnell auf Entwicklungen reagieren zu können.

Für die Moerser Experten aus der Ausbildungsinitiative steht fest, dass die Digitalisierung auch im Handwerk nicht mehr wegzudenken ist. „Einsatzgebiete im Handwerk gibt es zur Genüge“, sagt Henke und listet schon klassische Bereiche auf wie die CNC- und CAD-Technik, die Produktion, Dienstleistungen, das Smart Home, Kommunikationstechnik mit Smartphones oder Tablets, Cloud-Lösungen oder additive Fertigungsverfahren. „Die Digitalisierung unter dem Schlagwort Handwerk 4.0 entwickelt sich geradezu exponentiell“, sagt Henke.

Ein Beispiel ist der 3D-Druck, der noch vor wenigen Jahren wie Utopie aus einem Science-Fiction-Film anmutete. Man bezeichnet den 3D-Druck auch als additive Fertigung, bei der ein Herstellungsverfahren in drei Dimensionen durch eine Reihe aufeinanderfolgender Schichten gebildet wird. Am Ende steht ein fertiges und plastisches Produkt. Dabei werden die unterschiedlichsten Techniken und Materialien angewendet. Und täglich kommen neue Anwendungen hinzu. Möglich ist die Erstellung von Modellen in der Architektur oder im Bau. Ebenso die Verfeinerung, aber auch Erzeugung von Lebensmitteln, von Bauteilen oder auch der Einsatz in der Medizin, um maßgefertigte Prothesen zu entwickeln.

Der Fantasie sind, so Henke, kaum Grenzen gesetzt. So werden aktuell auch Gesichtsvisiere mit 3D-Druckern hergestellt, die dem Coronavirus den Zugang zu Augen, Nase und Mund verwehren sollen. Perspektivisch wird es weitergehende Anwendungsbereiche, wie die Herstellung von Organen oder Organteilen aus biologischen Materialien geben. Mittlerweile spricht man bei bestimmten Anwendungen sogar schon vom 4D-Druck. Dabei werden programmierbare Materialien verwendet, die beim Kontakt mit Licht, Wasser oder Hitze ihre Gestalt verändern.

Fachwerk bietet auch Tages- und Wochenseminare an, die sich mit eben solchen Themen auseinandersetzen.