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Wermelskirchen: E-Learning an den Schulen in Zeiten des Coronavirus

E-Learning dank Coronavirus : Lehrer werden für das digitale Lernen kreativ

E-Learning klappt an den Wermelskirchener Schulen zunehmend besser – die Lernbereitschaft der Schüler sei teilweise überraschend. Das hängt möglicherweise auch mit außergewöhnlichen Ideen wie der eines Sportlehrers zusammen.

Um die Infektionsketten des Coronavirus zu unterbrechen, findet an Nordrhein-Westfalens Schulen seit anderthalb Wochen kein Unterricht mehr statt. Die Lehrer sind laut des Schulministeriums des Landes dennoch dazu angehalten, ihre Schüler mit Unterrichtsmaterial zu versorgen. „Anfangs gab es massive Probleme“, berichtet Elvira Persian, Schulleiterin des städtischen Gymnasiums Wermelskirchen. Das habe vor allem an der Überlastung des Servers von Logineo gelegen – der Gemeinschaftsplattform von Land und Kommunen, die allen Schulen in NRW zur Verfügung steht. „Das wurde bis zum Wochenende behoben, jetzt läuft Logineo stabil“, sagt Persian. Die Plattform mit integriertem Mail-Verteiler bildet momentan das zentrale Medium für den Austausch zwischen Lehrern und Schülern. Persian selbst betreut gerade eine Lerngruppe der Jahrgangstufe 9 in Mathematik. „Die Schüler fotografieren ihre bearbeiteten Aufgaben ab oder scannen sie ein, und laden sie dann wieder hoch – das funktioniert sehr gut.“

Auch an der Wermelskirchener Sekundarschule läuft vieles über Logineo – beide Schulen nutzen die Plattform bereits seit einigen Jahren. „Wir haben uns aber zusätzlich für den Weg entschieden, Unterrichtsmaterialien über die Schulhomepage anzubieten“, sagt Dietmar Paulig, Leiter der Sekundarschule. Für jeden Jahrgang gibt es einen eigenen Reiter, über den die entsprechenden Fächer angewählt werden können. Sportlehrer Nils Biermann hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: In einem Youtube-Video nimmt er die Schüler auf seine Joggingrunde mit in den Wald und motiviert sie zur Bewegung an der frischen Luft. Die Lehrer seien darüber hinaus auch in telefonischem Kontakt mit den Schülern. „Es wird dabei auch aktiv von uns angerufen“, erklärt Paulig, „insbesondere dort, wo wir wissen, dass Unterstützung gebraucht wird.“

Was die Schüler zuhause brauchen: funktionierendes Internet und ein mobiles Endgerät. „Zur Not reicht auch ein Smartphone“, sagt Elvira Persian. Sie ist sich bewusst, das die Bandbreite des Internets nicht in allen Gegenden gleich gut ist. „Die Schüler und deren Familien sind aber so gut vernetzt, dass sie sich untereinander helfen.“ Auch Dietmar Paulig beobachtet positive Effekte der Ausnahmesituation: Von vielen Eltern bekäme er positive Rückmeldungen zur Lernbereitschaft der Schüler – auch bei denjenigen, von denen Paulig es nicht unbedingt erwartet hätte. „Das freut uns natürlich besonders, weil wir das selbstgesteuerte Lernen intensiv fördern – vielleicht trägt das jetzt Früchte.“