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Büscherhof-Grundschüler kehren nach Ferien in Hauptschule zurück

Trotz Flutschäden : Büscherhof-Grundschüler kehren nach Ferien in Hauptschule zurück

Das Gebäude, in das Lehrer und Schüler im Sommer 2020 vom Büscherhof gezogen waren, stand bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Doch im Augst soll der Betrieb dort weitergehen.

Erst Ende Mai waren sie nach Monaten des Homeschoolings und Wechselunterrichts endlich vereint. Nun sah es kurzzeitig danach aus, als müssten die Mädchen und Jungen der Gemeinschaftsgrundschule Büscherhof wieder viele Wochen getrennt voneinander lernen, aufgeteilt auf verschiedenen Schulen in der Blütenstadt. Schließlich stand die Flut vergangene Woche 50 Zentimeter hoch im Erdgeschoss der Hauptschule Am Hammer. Und in das Gebäude waren die rund 240 Schüler und ihre Lehrer erst im vergangenen Sommer eingezogen. Nun aber gibt Bürgermeister Frank Steffes Entwarnung.

„Lehrer und Schüler, so viel steht bereits jetzt fest, kehren nach den Sommerferien in die Hauptschule zurück – wenn auch ausschließlich in die oberen Stockwerke.“ Im Zweifel stünde neben den ersten beiden auch die dritte Etage zur Verfügung, die derzeit als Lager ausrangierter Stühle für ältere Schüler dient. „Diese lassen sich aber schnell beiseite schaffen und einlagern“, sagt Steffes.

Wie die Grundschüler künftig in die oberen Stockwerke gelangen, kläre die Stadt derzeit. Denkbar: eine Tunnel- beziehungsweise Folienlösung, durch die die Kinder in die oberen Etagen gehen. Auch eine von außen an das Gebäude geschobene Treppe komme in Frage. Die endgültige Entscheidung, betont der Politiker, hänge maßgeblich mit dem Brandschutz zusammen.

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Im Erdgeschoss hilft nicht viel mehr als eine Kernsanierung. Da solange weder Mensa noch Toiletten zur Verfügung stehen, „plant die Stadt, einen Pavillon aufzustellen, in dem die Mädchen und Jungen zu Mittag essen“, äußert der Bürgermeister. Außerdem sollen Toiletten-Container auf dem Schulhof stehen. Ob sich die derzeit geplanten Maßnahmen bis zu Beginn des neuen Schuljahrs Mitte August, also in rund drei Wochen, realisieren lassen, „steht derzeit noch nicht fest“, gibt Steffes zu bedenken. „Aber über Erfahrung im Homeschooling verfügen zum Glück sowohl Lehrer als auch Schüler inzwischen ausreichend.“ Ziel sei jedoch ganz klar, den Schulbetrieb in kürzester Zeit wieder aufzunehmen, um rasch alle Kinder und ihre Lehrkräfte in einem Gebäude zusammenzubringen.

Noch vergangene Woche, am 20. Juli, hatte die Schulleitung der Grundschule auf  ihrer Homepage darüber informiert, dass sich das Wasser zwar aus dem Erdgeschoss zurückgezogen habe, der Keller des Gebäudes aber weiterhin leer gepumpt werden müsse. Zu diesem Zeitpunkt durften weder Schulleiterin Sandra Richter noch Mitglieder des Kollegiums das Gebäude betreten, weswegen sich das Ausmaß des Schadens damals noch nicht umfassend einschätzen ließ. Da die Flut auch die Räume des Offenen Ganztags beschädigte, fällt das geplante Ferienangebot aus. „Für eine Art Notbetreuung“ können die Mädchen und Jungen allerdings in die Grundschule Bennert kommen, sodass die Schüler einen Teil ihrer Ferien in Oberschmitte verbringen. Das Angebot gilt seit Montag, 26. Juli. 

Die GSS Büscherhof war in der Jahresmitte 2020 in die bis dato  leerstehende Hauptschule umgezogen, damit ihr eigentliches Schulgebäude in der Nähe des Rathauses saniert, umgebaut und zu einer offenen Ganztagsschule erweitert werden kann. Das Bauvorhaben soll rund 13,5 Millionen Euro kosten. 

  Das Hochwasser traf das Schulzentrum Leichlingens insgesamt schwer; große Teile standen unter Wasser. In den Turnhallenboden der Realschule war Grundwasser eingezogen;  die Paul-Klee-Schule –  wir berichteten – sucht nach der Flut dringend nach Räumen. An der Grundschule Uferstraße war während der Katastrophe ein Infopoint  errichtet worden.

In den Grundschulen Kirch- und Uferstraße fanden Leichlinger, die aus ihren Wohnungen geflüchtet waren, unterdessen eine Notunterkunft.