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Wermelskirchener Tierheim verzeichnet Aufschwung an Gassi-Gehern

Tiere der Woche in Wermelskirchen : Tierheim verzeichnet Aufschwung an Gassi-Gehern

Die Tiervermittlung läuft unter verschärften Hygienemaßnahmen weiter. Leiter Günter Leuerer sieht in der Krise eine Chance.

„Bei uns geht der Betrieb weiter.“ Klare Worte von Günter Leuerer, Vorsitzender des Wermelskirchener Tierschutzvereins. „Die Tiere müssen nach wie vor versorgt werden.“ Auch für Besucher, die sich für ein Tier interessieren, bleibt das Tierheim weiterhin geöffnet – im Gegensatz zu anderen Städten wie Köln, wo Tierheime aufgrund der Entwicklung des Coronavirus teilweise für Besucher geschlossen wurden. Leuerer sieht zu seinem Tierheim einen entscheidenden Unterschied: „Wir sind nicht in einer Großstadt, ganz im Gegenteil. Besucherströme gibt es bei uns nicht.“

Die meisten Interessenten kämen alleine, maximal zu zweit – mehr sei aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich. „Die Hygienemaßnahmen beherzigen wir selbstverständlich“, berichtet Leuerer. So seien die Möglichkeiten zur Handreinigung aufgestockt worden, auf Händedruck werde verzichtet und der erforderliche Abstand eingehalten. Schließlich liegt Leuerer die Gesundheit seiner Mitarbeiter und die der Tiere am Herzen – würde sich eine Person aus dem Team mit dem Virus infizieren, wäre das ein riesiges Problem. „Deswegen sind wir alle sehr vorsichtig, unsere sozialen Kontakte sind auf ein Minimum beschränkt.“ Während die Besuchszeiten bestehen bleiben, wurde das sonntägliche Reibekuchen- und Waffelbacken bis auf Weiteres eingestellt.

Kater Benni ist wie seine Mutter noch schüchtern. Foto: Groll

Die vom Deutschen Tierschutzbund geäußerte Sorge, die Tiervermittlung würde durch das Coronavirus einbrechen, hält Leuerer für unbegründet. „Unsere Gesellschaft wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Die Menschen besinnen sich jetzt auf die wesentlichen Werte – dadurch wird auch die Nähe zu Tieren und der Umweltschutz Auftrieb erfahren.“ Tatsächlich gebe es eine gestiegene Nachfrage von Menschen, die Hunde ausführen möchten. Die Zahl der Hunde hingegen schrumpft, aktuell befinden sich 14 im Tierheim. Denn: Der Großteil der Tiere kommt aus Rumänien – momentan ist jedoch kein Transport zwischen den Ländern möglich. Auch das sieht Leuerer positiv: „Jetzt erfahren auch die Tiere, die schon länger bei uns sind, mehr Beachtung und Zuwendung.“ Die Hunde würden momentan mehrfach am Tag bewegt werden. Den Fall, dass ein Tierhalter seinen Hund aus Angst, er könne wegen des Coronavirus nicht mehr mit ihm Gassi gehen, abgegeben hat, gab es im Wermelskirchener Tierheim nicht. Menschen, die ein Tier übernehmen, stünden die Tierheim-Mitarbeiter jedoch nach wie vor bei jeglichen Problemen zur Seite – wie es auch schon vor Corona der Fall war, betont Leuerer.

Weitere Infos unter ☎ 02196 5672
(täglich 11 bis 16 Uhr).