Das Wittener Sextett „Who Shot Jon“ spielte im Haus Eifgen in Wermelskirchen

Wermelskirchen : Perfekte musikalische Begleiter fürs Feierabendbier

Das Wittener Sextett „Who Shot Jon“ präsentierte im Haus Eifgen aAnderthalb Stunden gepflegten Blues-Rock.

Was kann es nach einem langen Arbeitstag Schöneres geben, als sich bei gepflegtem Blues-Rock, einem Kaltgetränk und in der angenehmen Gesellschaft Gleichgesinnter in der gemütlichen Atmosphäre im Haus Eifgen zu entspannen? Nicht viel, dachten sich wohl die 50 Besucher am Mittwochabend, und konnten somit gut anderthalb Stunden Musik vom Feinsten mit dem Wittener Sextett „Who Shot Jon“ um die energiegeladene Sängerin Louise Portuondo genießen. Die Band hat sich gefühlvollen und energischen Rhythm‘n‘Blues im ursprünglichen Sinne auf die Fahnen geschrieben. Sängerin Portuondo stand meist mit der einen Hand in der Tasche und der anderen am Mikro auf der Bühne, während sie ihren Stimmbändern großartige Töne entlockte. Mal ging es in den Songs tieftraurig und emotionsgeladen zu, etwa bei „Blue Telescope“. Das Lied lebte von den Soli von Gitarrist Bernd Stolle und Keyboarder Mike Rochnia, die sich mit dem ausdrucksstarken Gesang vom Portuondo abwechselten. In eine ähnliche Richtung ging die Ballade „Damn Your Eyes“, bei der Portuondo einmal mehr gesanglich an die Power-Rock-Röhre Lisa Mann erinnerte. Den E-Bass dazu zupfte souverän Stefan Hollenstein. Aber natürlich konnte es das Sextett, das von Earny Dussin an der zweiten Gitarre und Schlagzeuger Thomas Wicher komplettiert wurde, auch ein wenig energischer. Da gab’s dann auch mal funkige Klänge.

Definitiv nicht die übliche Blues-Standardkost, die das Sextett seinem Publikum da servierte. Aber klar, auch das konnten „Who Shot Jon“ – etwa beim feist groovenden Klassiker „I Don‘t Need No Doctor“, der schon von vielen Künstlern interpretiert wurde, am bekanntesten wohl unter anderem von Ray Charles, Humble Pie und Peter Frampton. Das Publikum wiederum zeigte sich begeistert bis beeindruckt von der Ruhrpott-Combo und sparte nicht mit Applaus für Songs, wie der hervorragenden Dire-Straits-Coverversion „Brothers In Arms“, bei der Stolle mit viel Fingerfertigkeit und Leidenschaft – und nur vielleicht ein wenig zu ehrfürchtig, mehr Mut zum Solo bitte! - den Mark Knopfler gab, während Portuondo glockenklar die wunderschöne, keltisch angehauchte Melodie zum Strahlen brachte. Gänsehaut pur bei einigen im Publikum.

Aber auch stampfende Rocker, wie der „Inner City Blues“ mit seinem coolen, mehrstimmigen Refrain, kamen beim Publikum sicht- und hörbar gut an. Da gab es nicht nur lauten Applaus, es wurde mitgeswingt, geklatscht und mit den Füßen gewippt. Natürlich schmeckte dazu auch das erwähnte Feierabendbier gleich nochmal so gut.

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