Wermelskirchen: Braunsberger Bach erholt sich in ein, zwei Jahren

Nach Störfall im Pumpwerk : Kein Leben mehr im Braunsberger Bach

Es ist der größte Störfall der vergangenen 20 Jahre: Abwässer gelangten ungeklärt in den Braunsberger Bach. Ein neuer Bericht zeigt, dass dort kein Leben mehr zu finden ist. So lange wird der Bach brauchen, um sich zu erholen.

Bis sich der Braunsberger Bach wieder regeneriert hat und sich Kleinstlebewesen angesiedelt haben, könnten ein, zwei Jahre verstreichen. Diese Einschätzung geben Experten des Wupperverbandes in ihrem Bericht über die Verschmutzung des Gewässers nach dem Störfall im Pumpwerk Eckringhausen Ende März. Dabei waren Pumpen ausgefallen und ungeklärte Abwässer in den Bach geflossen. „Es war der erste Störfall dieses Ausmaßes in den vergangenen 20 Jahren“, schätzt Michael Sengespeick vom Städtischen Abwasserbetrieb auf Nachfrage dieser Zeitung.

Der Wupperverband hatte am 9. April den Bachverlauf unterhalb des Pumpwerks bis kurz vor der Mündung untersucht. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte unterhalb des Pumpwerks eine starke Belastung des Gewässers und eine damit verbundene Schädigung der Wasserfauna. „Auf den ersten 600 Metern sind Fische und Kleinlebewesen, die ein Indikator für die Gewässerqualität sind, weitgehend abgestorben“, heißt es in dem Bericht. Mit zunehmender Entfernung von der Einleitstelle gibt es eine bessere Gewässerfauna mit einzelnen lebenden Fischen und auch Kleinlebewesen wie Bachflohkrebse, ergab die Untersuchung des Wupperverbandes. Kurz vor der Mündung des Braunsberger Baches in den Eifgenbach finde sich fast wieder die typische Zusammensetzung der Gewässerfauna. Daher sei davon auszugehen, dass der Eifgenbach durch die Einleitung nicht beeinträchtigt wurde. Trinkwasserqualität haben die Bäche allerdings nicht.

Damit sich eine solche schwerwiegende Störung nicht wiederholt, sei ein Ingenieurbüro mit der Untersuchung der Schadensursache beauftragt worden. Der Abwasserbetrieb hofft, Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Pumpanlagen sicherer werden können. In Wermelskirchen gibt es 120 Pumpen, die Schmutzwasser in höher liegende Kanäle befördern. „Wir haben zwar ein Notstromaggregat, damit können wir bei Stromausfall aber nur ein Pumpwerk am Laufen halten“, sagt Sengespeick. Im Pumpwerk Eckringhausen wurde die Schwachstelle inzwischen ausgemerzt, ein stabileres Verbindungsstück im Rohrleitungssystem wurde eingesetzt. Beim Störfall hatte sich dieses flexible Zwischenteil auseinander geschoben. Durch die Undichtigkeit liefen aufgrund des hohen Drucks große Mengen Wasser aus. In der unteren  Etage des Pumpwerks  stand das Wasser zwei  Meter hoch, berichtet Sengespeick. Zwei Pumpen fielen aus.

Mehr von RP ONLINE