Nico Drummer beim SC Union Nettetal inzwischen eine feste Größe

Fußball-Oberliga : Ein Nordlicht beißt sich bei Union Nettetal durch

Nico Drummer musste lange auf seine Chance warten, doch der 23-Jährige ist beim Fußball-Oberligisten inzwischen eine feste Größe.

Es stehen zwar noch wichtige Entscheidungen aus im Amateurfußball, doch die Planungen für die nächste Saison laufen schon seit Wochen auf Hochtouren. Bei dem Versuch, die Mannschaften personell zu verstärken, herrscht - zugespitzt ausgedrückt - ein Hauen und Stechen im Kampf um die besten Spieler. Da ist es fast schon wie Weihnachten und Ostern zusammen, wenn sich mal ein Spieler von selbst bei einem Verein meldet und dann auch noch sportlich und menschlich in den Kader passt. Solch außergewöhnliches Glück war dem Oberligisten SC Union Nettetal im Spätsommer 2018 beschert, als plötzlich ein gewisser Nico Drummer vor der Tür stand.

Nach längerer Anlaufzeit hat der 23-Jährige seine Chance bekommen und genutzt. Beim für den Kampf gegen den Abstieg enorm wichtigen 2:1-Sieg voriges Wochenende gegen Speldorf stand er zum sechsten mal in Folge als Teil der Abwehr-Viererkette in der Startformation der Nettetaler, jedes Mal spielte er komplett durch. „Ich habe vor, mich festzubeißen. Ich will da nicht mehr raus, auch wenn alle verletzten Spieler zurück sind“, sagt Drummer. Aktuell sieht es auch nicht so, als gebe es für Trainer Andreas Schwan Gründe, ihn aus dem Team zu nehmen. Jedenfalls lobte er Drummer nach dem Sieg in Velbert in höchsten Tönen: „Nico ist ein konsequenter und kompromissloser Verteidiger, der abliefert. Mit seiner Härte und technischen Stärke löst er gerade 1:1-Situationen sehr gut. Da tut uns in der jetzigen Phase sehr gut.“

Dass sich Drummer so ein Standing erarbeiten würde, das war freilich nicht abzusehen, als die Nettetaler Mitte September vermeldeten, dass er ab sofort zum Kader gehöre und die Spielberechtigung bald vorliege. Schließlich war der Verteidiger damals am Niederrhein ein völlig unbeschriebenes Blatt.  Aus dem kleinen niedersächsischen Dorf Drangstedt, das zur Stadt Geestland gehört, hatte er sich ganz alleine auf den Weg nach Kempen gemacht, um in Krefeld Maschinenbau zu studieren. „Das hätte ich auch in anderen Städten tun können, aber ich wollte unbedingt nach Nordrhein-Westfalen, weil ich mitbekommen habe, das Fußball dort einen so großen Stellenwert hat“, erklärt Drummer. Am Niederrhein genießt er die räumliche Nähe zu so vielen Großstädten. „Bei mir zu Hause gibt es nur Bremen und dann lange gar nichts.“

Weil er in der Heimat beim ESC Geestemünde in der Bremen-Liga aktiv war, was der Oberliga Niederrhein entspricht, schaute er sich nach einem Verein auf vergleichbarem Niveau um und wurde bald in Nettetal vorstellig. Die ersten Wochen und Monate ganz alleine in der Fremde waren schwer, wegen Heimweh dachte er kurzfristig sogar an eine Rückkehr nach Drangstedt. Doch er biss sich durch und hat es nicht bereut. „Inzwischen fühle ich mich richtig wohl, habe auch schon viele Freunde gefunden“, erklärt Drummer, der sich auch fußballerisch weiterentwickelt hat. „Das Niveau in der Oberliga und der Konkurrenzkampf in der Mannschaft sind viel höher als in Niedersachsen. Das finde ich gut, denn dadurch werde ich besser.“ Er ist fest davon überzeugt, dass er mit Nettetal in der Oberliga bleibt, dafür spreche die tolle Mentalität der Mannschaft. Das muss sie insbesondere in den nächsten beiden Heimspielen gegen den SC Velbert und Jahn Hiesfeld beweisen.

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