2019: Ein Jahr voller Herausforderungen für Madeline Folgmann aus Nettetal

Taekwondo : 2019 wird für Folgmann ein Jahr voller Herausforderungen

Die Taekwondoka aus Nettetal hat die WM im Fokus, aber auch Olympia spielt eine Rolle.

Vielleicht gönnt sich Madeline Folgmann zum Jahreswechsel noch mal ein paar Stunden des Müßiggangs, doch der Weltklasse-Taekwondoka aus Nettetal ist klar, dass 2019 für sie in erster Linie knallharte Arbeit wird. Schließlich will sie nicht nur im Mai bei den Weltmeisterschaften in England eine Topplatzierung holen. Im vorolympischen Jahr geht es auch darum, wichtige Qualifikationspunkte zu sammeln und sich so für Tokio 2020 in Position zu bringen. „Ich bin mir bewusst, dass ich viel leisten muss. Aber das nehme ich an, ich bin motiviert“, betont die 21-Jährige.

Nach dem nicht optimal verlaufenen Grand-Prix-Finale in den Vereinigten Arabischen Emiraten Ende November hatte Folgmann zunächst eine dreiwöchige Pause eingelegt. „Das musste einfach mal sein, um die Akkus aufzuladen“, erklärt Folgmann. Doch schon kurz vor Weihnachten stand am Olympiastützpunkt Rheinland der nächste wichtige Termin an. Unter den Augen von Bundestrainerin Yeonji Kim und Heimtrainer Björn Pistel von der TG Jeong Eui Nettetal ging es bei einer Leistungsdiagnostik darum, den Ist-Zustand zu ermitteln und danach das Training für die kommenden Monate zu planen. „In der Pause hat Madeline nur fünf bis zehn Prozent ihrer Leistungsfähigkeit verloren“, erklärt Björn Pistel.

Doch diese Erkenntnis war nicht der einzige lohnenswerte Aspekt des Trips in die Domstadt. Pistel nutzte die Gelegenheit, um den Trainings- und Turnierplan für das neue Jahr mit der Bundestrainerin zu besprechen. Im Detail wurden auch Trainingsinhalte abgestimmt, bei denen die Potenziale von Madeline Folgmann weiter ausgebaut werden sollen. Demnach folgte zunächst ein moderates Trainingsprogramm im Bereich der Grundlagenausdauer, ab Januar geht es an die fürs Taekwondo spezifischen körperlichen Voraussetzungen. Dann werden viele Sparringkämpfe auf dem Programm stehen.

Erstmals ernst wird es für die Deutsche Meisterin und EM-Dritte (bis 53 Kilogramm) des Vorjahres Anfang Februar, wenn in der Türkei der President Cup ansteht. Im Anschluss geht es bis April bei etlichen internationalen Open-Turnieren, die von den nationalen Titelkämpfen unterbrochen werden, darum, eine gute WM-Form aufzubauen und nebenher möglichst schnell die bei diesen Wettkämpfen maximal möglichen 40 Punkte für die Olympia-Rangliste zu sammeln. Denn dann könnte sich Folgmann den Luxus leisten, mit Blick auf die Belastungssteuerung auf das eine oder andere Turnier zu verzichten, wenn das nötig, sprich der WM-Form zuträglich ist.

Die Olympia-Rangliste ist von besonderer Bedeutung, weil sich die besten Sechs direkt für Tokio qualifizieren. Und insofern wird für Folgmann, die aktuell Zwölfte in dem Klassement in der olympischen Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm ist, die WM in Manchester umso wichtiger. „Denn nur wenn dort eine Topplatzierung gelingt, ist es realistisch, den Rückstand auf Rang sechs noch aufzuholen“, erklärt Björn Pistel. Der Druck auf Folgmann nimmt also stetig zu, zumal es auch gilt, die nationale Konkurrenz wie zum Beispiel Roxana Nothaft aus Nürnberg und Julia Ronken aus Viersen im Blick zu halten.

Um diesem Druck besser standzuhalten, will die Nettetalerin wieder mit einer Sportpsychologin arbeiten. „Bei den großen Turnieren muss sie direkt da sein, da gibt es keine Zeit, sich reinzufinden“, betont Pistel. Das hat die Nettetalerin insbesondere bei der Grand-Prix-Serie gegen Saisonende gemerkt, als sie unter ihren Erwartungen blieb. Auf dieser Serie, bei der sie in der Klasse bis 57 Kilogramm kämpft, liegt der Fokus nach der WM. Und sollte es am Ende trotz aller Anstrengungen nicht direkt für Olympia reichen, gibt es noch die Chance, es über die kontinentale Qualifikation Anfang 2020 zu schaffen. Doch das ist Zukunftsmusik, 2019 bietet Herausforderungen genug.

Mehr von RP ONLINE