Guus Killaars ist beim TSV Kaldenkirchen angekommen

Handball-Verbandsliga : Den Sprung über die Grenze gewagt

Der Niederländer Guus Killaars spielt seit dem Sommer beim TSV Kaldenkirchen. Den Wechsel ins Nachbarland hat er bislang nicht bereut.

An der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland ist für die meisten Sportler Schluss. Nicht so für Guus Killaars. Der 27 Jahre alte Handballer suchte eine neue Herausforderung und fand sie beim TSV Kaldenkirchen. Im Sommer wechselte er aus Venlo zum TSV. „Mein erster Eindruck ist sehr gut. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, sagt Killaars.

Bei Cabooter Venlo und zuvor in Bevo spielte Killaars zeitweise in den höchsten niederländischen Ligen. Dennoch empfindet er den Wechsel in die deutsche Handball-Verbandsliga keineswegs als Abstieg. „Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Vor über einem Jahr hatte ich schon einmal Kontakt mit dem TSV. Und dann haben sie wieder angerufen. Da habe ich mir gedacht, dass ich das vielleicht machen sollte“, berichtet Killaars. Ein Schritt, den er bislang nicht bereut hat. „In den Niederlanden ist Handball nicht so groß. In Deutschland ist das Interesse für die Bundesliga und im Allgemeinen für den Handball viel größer. Da kommen viel mehrLeute zum Spiel“, erklärt Killaars.

Seine Liebe für den Handball entfachte der Bruder im zarten Alter von sieben Jahren. „Mein Bruder hat auch Handball gespielt. Ich habe Fußball und Volleyball probiert, aber bin dann doch beim Handball geblieben. Der Fußball ist so groß und kommerziell. Handball ist noch richtiger Sport“, sagt er. Zwischen den Nachbarländern erkennt der Grafikdesigner, der in Deurne für Fuji arbeitet, handballerisch enorme Unterschiede. „Im holländischen Handball wird mehr Nachdruck auf technische Abläufe gelegt. In Deutschland ist es mehr Kraft. Hier werden nur die Sachen gespielt, die gut laufen“, sagt Killaars. In den Niederlanden würde ein Team vielleicht 20 verschiedene Spielzüge einstudieren. In Deutschland fokussiere man sich auf das, was das Team gut kann und lerne möglicherweise nur zehn Varianten. „Das ist die deutsche Gründlichkeit. Die werden so einstudiert, dass sie wirklich jeder beherrscht“, so der Neu-Kaldenkirchener.

Nach einem halben Jahr beim TSV und dem fünften Platz im Zwischenklassement freut er sich schon auf die Rückrunde, um herauszufinden, was mit seiner neuen Mannschaft möglich ist. Er selbst will dabei eine tragende Rolle spielen. Technisch versiert, schnell auf den Beinen und mit einem guten Auge für die Mitspieler ausgestattet, möchte er von halbrechts oder Rechtsaußen seinen bisher 62 Toren möglichst viele folgen lassen. „Ich möchte schauen, wie weit ich noch kommen kann. Aber ich möchte auch spielen und nicht auf der Bank sitzen, denn meine Lieblingsposition ist auf dem Feld“, betont Killaars.

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