Die Fußball-Stipendiaten Phillip Spickenbaum und der Brüggener Henri Tophoven auf Heimaturlaub

Fußball : Zwei „Freshmen“ behaupten sich im College-Fußball

Der Niederkrüchtener Phillip Spickenbaum und der Brüggener Henri Tophoven studieren seit dem Sommer in den USA. Weihnachten und den Jahreswechsel verbringen sie in der Heimat.

Seit dem Sommer sind die USA der Lebensmittelpunkt für Phillip Spickenbaum und Henri Tophoven. Die beiden ehemaligen A-Jugendlichen des 1. FC Mönchengladbach nutzen ein Stipendium, um in Amerika ihren Traum von Fußball und Studium zu kombinieren. Mit Erfolg. Nach den ersten Monaten als „Freshmen“, wie die Studenten des ersten Jahres auf den Colleges genannt werden, genießen die beiden Studenten des „International Business“ nun Weihnachten und den Jahreswechsel mit der Familie.

„Ich fühle mich auf jeden Fall wohl“, sagt der 18-jährige Phillip Spickenbaum aus Overhetfeld. Er wird  im Team der Auburn University in Montgomery (Alabama) im Mittelfeldzentrum eingesetzt. Eine Position, die ihm durchaus zusagt: „Da ist es technischer und man bekommt viele Bälle.“ Henri Tophoven aus Brüggen spielt im rechten Mittefeld an der Mercyhurst University in Erie (Pennsylvania). „Als Linksfuß soll ich reinziehen, schießen oder den Pass in die Schnittstelle geben“, berichtet Tophoven. Der Plan ging auf. Der 19-Jährige erzielte in 15 Spielen acht Tore und sechs Vorlagen. Damit wurde er unter anderem „Frehman oft he Year“ in seiner Liga. „Das ist typisch Amis. Da ist doch alles ziemlich statistisch basiert“, sagt Tophoven.

Insgesamt müssen sich beide mit dem Fußball, der in den Ligen ihrer jeweiligen Division II gespielt wird, noch anfreunden. „Beim 1. FC hatten wir wirklich ein Topteam. Mit meiner Mannschaft in der Uni würden wir in der Niederrheinliga vielleicht im Mittelfeld spielen“, erklärt Tophoven. „Dort ist der Fußball physischer. Die spielen körperbetont, mit viel Tempo und vielen langen Bällen“, erzählt Spickenbaum. Es geht permanent hin und her, auch weil es nach der normalen Spielzeit kein Remis gibt. „Beim Unentschieden haben wir eine Double Overtime von zwei mal 10 Minuten und da entscheidet dann das Golden Goal“, sagt Spickenbaum. Für ihn sind die Akteure im Durchschnitt körperlich besser, aber technisch schwächer. Das liege vielleicht auch daran, dass viele Amerikaner in der Highschool American Football spielen und erst spät auf Fußball umsteigen. „Die rennen wie die Sau, haben aber technische Defizite“, sagt er.

Henri Tophoven im Trikot seines College-Teams. Foto: Tophoven

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Saison in drei Monaten im Herbst abgehakt ist und der Rest des Jahres dem Training und nur wenigen Testspielen vorbehalten ist. „Ich habe echt oft gespielt und war nach der Saison richtig fertig, aber jetzt hätte ich schon mal Lust auf ein paar Freundschaftspiele“, gesteht Spickenbaum. Sowohl Tophoven, der im Sommer vermutlich auf ein College wechselt, das in der höheren Division I Fußball spielt, als auch Spickenbaum hatten sich den Sprung über den großen Teich schwerer vorgestellt. Beide loben die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Amerikaner. „Es war relativ einfach, sich dort zurechtzufinden“, sagt Spickenbaum, der mit drei weiteren Deutschen im Team spielt. Er bezeichnete das erste Semester als Schnuppersemester.

„Wir haben nicht so viel gelernt“, sagt er. Dafür standen um 6 Uhr morgens, um 15 Uhr und 19 Uhr täglich drei Trainingseinheiten an. Ähnlich sieht es Tophoven. „In der Mannschaft fühle ich mich wie in einer kleinen Familie. Da hält man gut zusammen. Auch die Lehrer am College achten sehr auf dich. Das Leben in Amerika ist sehr gut. Aber es ist eben ein großer Unterschied zu Deutschland“, sagt er. Das liegt auch an den Entfernungen. Da kann die Anreise zum einen Auswärtspiel im Bus schon mal 14 Stunden dauern. „Wir haben einen Dreitagestrip daraus gemacht und ein weiteres Spiel gemacht“, berichtet Tophoven.

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