Transfer-Coup: René Jansen wechselt vom SV Straelen zum SC Union Nettetal

Fußball-Oberliga : Nettetaler Transfercoup: René Jansen kommt

Nach seinem Aus beim Fußball-Regionalligisten SV Straelen hatte der Stürmer viele Anfragen. Er entschied sich für Union Nettetal.

Als Ende Oktober klar war, dass René Jansen beim Regionalligisten SV Straelen keine Zukunft haben würde, hinterlegte Oberligist SC Union Nettetal durch Fußball-Abteilungsleiter Dirk Riether deutlich sein Interesse an einer Verpflichtung des 28 Jahre alten Stürmers. Zwischen Weihnachten und Neujahr machten die SCU-Verantwortlichen Nägel mit Köpfen und einigten sich zunächst auf eine Zusammenarbeit bis zum Sommer, natürlich mit der Option auf mehr.

„Wir freuen uns natürlich riesig, dass sich René für uns entschieden hat. Er kann für uns noch mal das i-Tüpfelchen im Kampf um den Klassenerhalt sein“, meint Riether. Auch wenn Jansen mit 28 Jahren deutlich älter ist als die meisten der in der jüngeren Vergangenheit verpflichteten SCU-Spieler, passt er gut ins Beuteschema der Nettetaler. Als Dülkener kommt er aus der Region und hat bei seinen vorherigen Stationen beim 1. FC Viersen und vor allem danach bei den VSF Amern seine fußballerische Klasse nachhaltig unter Beweis gestellt. Deswegen waren die Nettetaler auch schon früher an einer Verpflichtung interessiert. Sportlich hat Jansen dann nach seinem Wechsel zum SV Straelen noch mal einen großen Sprung gemacht. Zunächst stieg er mit dem SVS in die Oberliga auf, dann gelang sogar der Durchmarsch in die Regionalliga, wozu Jansen 21 Tore beitrug.

Nach seinem nicht ganz geräuschlosen Wechsel von Amern nach Straelen Ende 2016 machte Jansen in der Hinrunde der laufenden Saison nach zehn Regionalliga-Einsätzen und zwei Toren wegen einer Meinungsverschiedenheit mit der Straelener Vereinsführung erneut eine schwere Zeit durch. Nach einer Nicht-Nominierung für den Regionalligakader lief er nicht wie verlangt kurzfristig für die SVS-Reserve auf. Allerdings nicht aus sportlichen Gründen, sondern weil er eine lang geplante Familienfeier nicht absagen konnte. Weil der Verein auf seinem Standpunkt beharrte und Jansen nicht bereit war, eine Geldstrafe zu zahlen, kam es zur Trennung. „Danach habe ich viele Angebote bekommen. Ich habe mir aber Zeit für meine Entscheidung gelassen“, sagt Jansen.

Bei einem vorweihnachtlichen Urlaubstrip in die Karibik machte sich der 28-Jährige bewusst, dass ein Engagement in Nettetal in seiner aktuellen Situation für ihn das Beste ist. „Der Verein ist gut aufgestellt, hat einen Top-Trainer, ich kenne viele Mitspieler, wollte auf jeden Fall Oberliga spielen und die Anlage liegt auch noch nah  an meinem Wohnort. Das Gesamtpaket stimmt einfach“, erklärt Jansen. Naturgemäß hat er auch die positive Entwicklung der Nettetaler inklusive des starken ersten Saisonabschnitts in der Oberliga verfolgt. Die Abstände nach unten seien mit 26 Punkte zwar noch nicht beruhigend, doch ihm gefällt es, dass im Verein auch in schwierigen Phasen Ruhe herrscht. „Das habe ich schon ganz anders erlebt“, betont Jansen, der sich über seine genau Rolle noch nicht mit dem Trainerteam unterhalten hat.

Trainer Andreas Schwan verrät schon mal so viel: „Er wird unsere Offensive noch einmal qualitativ verstärken, zudem passt er auch charakterlich optimal in unser Team.“ Jansen-Tore wären also herzlich willkommen, um den mit 24 Treffern viertschwächsten Angriff der Liga aufzumöbeln. Ab wann der Stürmer allerdings in der Meisterschaft ins Geschehen eingreifen kann, steht noch in den Sternen. Denn der SCU muss sich mit Straelen noch auf die im Winter frei verhandelbare Ablöse verständigen. „Wir haben bislang noch jeden Spieler frei bekommen. Können wir uns aber nicht einigen, ist es eben so“, betont Riether. Er sieht die Lage relativ entspannt, weil Jansen im schlechtesten Fall bis Ende März gesperrt wäre. Weil die Restsaison am 17. Februar beginnt, würde er nicht allzu viele Partien verpassen.

Auf jeden Fall fehlen wird den Nettetalern in der restlichen Saison Marc Paul, der erst im vergangenen Winter vom Düsseldorfer SC gekommen war und sich seitdem im rechten Mittelfeld zur Stammkraft entwickelt hatte. Nachhaltig in Erinnerung wird sein Tor im Relegationsspiel-Rückspiel gegen die SF Niederwenigern bleiben, das Nettetal letztlich den Weg in die Oberliga ebnete. Dass sich beide Seiten dennoch einvernehmlich trennten, liegt daran, dass Paul wegen einer veränderten beruflichen Situation ab Januar nicht mehr regelmäßig trainieren kann. „Das hätte für beiden Seiten keinen Sinn gemacht“, sagt Dirk Riether. Als erster Interessent hat sich Landesligist SC Kapellen-Erft bei ihm gemeldet. Riether will nun möglichst bald in die Verhandlungen mit den restlichen Spielern einsteigen: „Unser Kader ist nahezu optimal. Wir müssen uns im Sommer nur punktuell verändern.“

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