Taekwondo: Madeline Folgmann aus Viersen will zu Olympia 2020

Taekwondo: Folgmann will zu Olympia 2020

Madeline Folgmann muss für das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio gegen Gegner über ihrer Gewichtsklasse bestehen. Die bisherige Saison der 21-Jährigen macht Hoffnung.

Anfang Januar hatte es Taekwondo-Kämpferin Madeline Folgmann nur gehofft. Dass ihr bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf ein guter Start ins Jahr gelingen würde. Dass sie schnell eine gute Form finden würde. Aus heutiger Sicht hat sich diese Hoffnung für die Nettetalerin voll erfüllt. Denn nach dem DM-Titel in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm startete die 21 Jahre alte Athletin der TG Jeong Eui Nettetal mächtig durch.

Folgmann lieferte bei internationalen Turnieren mit hochkarätiger Besetzung regelmäßig gute Leistungen ab und arbeitete sich so im Vergleich mit der Weltelite kontinuierlich nach oben. Vorläufiger Saisonhöhepunkt: der Gewinn der Bronzemedaille im Mai bei den Europameisterschaften im russischen Kazan. Anfang Juni gelang ihr dann mit Platz fünf ein vielversprechender Start in die für ihre Olympia-Ambitionen so wichtige Grand-Prix-Serie. Als Lohn schaffte sie als Neunte erstmals den Sprung in die Top Ten der Olympia-Rangliste, in der Weltrangliste ist sie als Dritte mit Blick auf alle Gewichtsklassen momentan bestplatzierte Deutsche.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Halbjahr. Ich habe mich technisch und taktisch weiterentwickelt. Außerdem ist es mir gelungen, unter Druck besser kühlen Kopf zu bewahren“, sagt Folgmann, die an der Sporthochschule in Köln studiert und dort auch von den Angeboten des benachbarten Olympiastützpunkts Rheinland profitiert. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt der Nettetalerin nach dem anstrengenden ersten Halbjahr allerdings nicht. Vom 10. bis 12. August wird in Moskau die Grand-Prix-Serie fortgesetzt, bei der sie weitere Schritte Richtung Tokio 2020 machen kann.

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Während die Regularien vorgeben, dass bei den internationalen Turnieren bis zur EM maximal 40 Punkte für die Olympia-Rangliste gesammelt werden konnten, kann bei dem Grand Prix noch mal kräftig zusätzlich gepunktet werden. „Uns war wichtig, zu diesem Zeitpunkt die 40 Punkte beisammen zu haben. Damit haben wir unsere Hausaufgaben zunächst erledigt“, sagt Folgmanns Vereinstrainer, Björn Pistel. Freilich hätte er nichts dagegen, wenn sich das Punktekonto nach dem Erfolg in Kazan weiter kräftig füllen würde. Denn das würde bedeuten, dass Folgmann in Moskau, Taiwan und Manchester mit guten Platzierungen ihre Form bestätigen und sich für das Grand-Prix-Finale der besten 16 im November in Fudschaira (Vereinigte Arabische Emirate) qualifizieren würde.

Das wird allerdings eine besondere Herausforderung. Denn bei den Grand Prix wird nur in den olympischen Gewichtsklassen gekämpft. Folgmann muss also in die Klasse bis 57 Kilogramm aufrücken, wodurch die Konkurrenz noch größer wird. Dass sie dort bestehen kann, bewies die 21-Jährige schon im Vorjahr, als sie sich für das Endturnier an der Elfenbeinküste qualifiziert hatte, dort aber in Runde eins scheiterte. Ginge es in diesem Jahr weiter, wäre das besonders lohnenswert. Denn beim Finale werden die gewonnenen Punkte für die Olympiarangliste verachtfacht, und diese Rangliste kann am Ende den Startplatz für Tokio bringen.

Die sechs Bestplatzierten qualifizieren sich direkt für Olympia, aktuell ist Folgmann also nur noch drei Plätze entfernt. „Wir müssen aber auch die Konkurrenz hinter uns im Auge behalten“, betont Pistel. Sollte es nicht für die Top sechs reichen, gäbe es noch die Hoffnung auf das Europa-Qualifikationsturnier. Allerdings darf jeder Verband dort nur zwei Gewichtsklassen melden. Ob es die von Folgmann wäre, steht in den Sternen. „Das Risiko würden wir gerne vermeiden“, sagt Pistel. Die Aussichten sind aber vielversprechend, auch wegen des guten Saisonstarts in Düsseldorf.

(RP)