Golf-Stipendiat Tom Büschges vom GC Haus Bey auf Heimturlaub

Golf : Studienstress lässt kein Heimweh aufkommen

Seit August studiert das Hinsbecker Golftalent Tom Büschges mit Hilfe eines Stipendiums in den USA. Zu Weihnachten kehrte er in die Heimat zurück. Das Wiedersehen mit der Familie war sehr emotional.

Der junge Mann sitzt tiefenentspannt in der Lobby des Hinsbecker Golfclubs Haus Bey. Zufällig vorbeigehende Vereinsmitglieder grüßt er freundlich und beantwortet auch höflich zahlreiche Fragen. Neugierig sind sie vor allem darauf, was das 19 Jahre alte Golftalent Tom Büschges von seinen Erfahrungen der  vergangenen vier Monate zu erzählen hat. Denn seit August studiert er im Rahmen eines Golfstipendiums am Newberry College in South Carolina in den USA und befindet sich anlässlich des Weihnachtsfestes auf Heimatbesuch bei seiner Familie in Hinsbeck-Schlöp, ganz in der Nähe des Golfplatzes, auf dem er noch im Sommer mit der ersten Mannschaft des GC Haus Bey in der Regionalliga antrat.

„Ich genieße diesen Urlaub sehr, denn der College-Alltag ist schon extrem straff durchgetaktet, und viel Freizeit gibt es nicht. Deshalb ist es schön, dass ich momentan einfach tun und lassen kann, was ich möchte“, erklärt Tom Büschges. Tatsächlich beginnt sein Tag am College bereits sehr früh mit einer Fitness-Einheit. Nach dem Frühstück steht von 8 Uhr bis 13 Uhr das theoretische Studium in „Business Administration“ an. Nach dem Mittagessen folgt dann das praktische Golftraining, das unter professioneller Anleitung eines erfahrenen Trainers nie vor 19 Uhr endet. „Unser Trainer ist ein echter Glücksfall für unser Team, denn er kann uns noch eine Menge beibringen. Ich habe schon den Eindruck, dass ich mich unter seiner Anleitung weiterentwickelt und verbessert habe“, meint Büschges und ergänzt: „Ob sich das im Handicap widerspiegelt, weiß ich gar nicht, denn in den USA ist das Handicap nicht so wichtig, sondern viel mehr die Ergebnisse bei den großen Turnieren.“

Seinen Stammplatz im zwölfköpfigen College-Kader hat sich der Hinsbecker aber schon erkämpft. Bei drei von vier Wettkämpfen gehörte er zum Team und überzeugte mit glänzenden Ergebnissen. Auch Anschluss hat er schnell gefunden in dem  internationalen College in  South Carolina, an dem auch in zahlreichen anderen Sportarten in Kombination mit einem Sportmanagement-Studium ausgebildet wird. „Man lernt sehr schnell neue Leute kennen, denn wir leben und wohnen ja alle auf dem Campus. Gerade an Europäern ist das Interesse in den USA sehr groß, und da ich viel Zeit beim Training mit meinen Kollegen verbringe, habe ich schon mehrere Freundschaften schließen können. Beim Training und bei Turnieren pushen wir uns gegenseitig“, berichtet Tom Büschges.

Gefühle wie Heimweh kommen bei so viel Ablenkung erst gar nicht auf. „Wir haben kaum freie Zeit, darüber nachzudenken. Natürlich vermisse ich zwischendurch meine Familie und meine alten Freunde hier. Aber ich habe ja quasi täglichen Kontakt mit Ihnen über Sprachnachrichten oder Telefon. Und die College-Freunde sorgen ständig für Abwechslung. Zudem hatte ich ja immer im Hinterkopf, dass ich das Jahresende daheim mit der Familie verbringen würde“, meint Büschges. Außerdem habe es ja viele seiner heimischen Freunde nach dem Abitur in alle Himmelsrichtungen verschlagen, das sei ganz normal und man halte trotzdem auch über große Distanzen einen regelmäßigen Kontakt.

Das Wiedersehen mit seinen Eltern, die ihn nach seinem achtstündigen Flug wegen des Bahnstreiks am Frankfurter Flughafen abholen mussten, sei dann aber doch sehr emotional gewesen. „So lange war ich ja noch nie von Zuhause weg, deshalb habe ich mich natürlich sehr gefreut, sie wiederzusehen“, berichtet der 19-Jährige. Auch das Wiedersehen mit seinen heimischen Freunden auf dem Kempener Weihnachtsmarkt und beim Bowling habe allen viel Freude gemacht und es sei interessant gewesen, sich über die vielen Eindrücke auszutauschen.

Den Heiligen Abend verbringt Tom Büschges mit Mutter Petra, Vater Marcus und seinem jüngeren Bruder Thilo, der selbst ein großes Golftalent ist. Auch die weiteren Festtage und der Jahreswechsel sind für die Familie reserviert. Zwischendurch wird auch trainiert, allerdings bislang nicht auf der Platzanlage des GC Haus Bey, sondern in der eigenen, zum Trainingscenter umgebauten Scheune seines Elternhauses. „Dort kann ich alle Schläge trainieren, ohne auf bestimmte Zeiten oder die Wetterbedingungen Rücksicht nehmen zu müssen“, erläutert Büschges.

Auch wenn er die Entspannung in der Heimat sehr schätzt, freut er sich auf sein zweites Semester, nachdem er im ersten Halbjahr seine bislang fünf Prüfungen allesamt bestanden hat. Am 7. Januar geht es von Düsseldorf, über London wieder zurück in die USA. Ab Mitte Februar startet dann auch in South Carolina wieder die Turniersaison gefolgt von der Regional- und National Championship. „Wenn alles nach Plan läuft, bin ich aber zum Saisonstart in Deutschland am 12. Mai wieder daheim. Dann wollen wir mit dem GC Haus Bey den direkten Wiederaufstieg aus der Oberliga in die Regionalliga realisieren“, sagt Tom Büschges. Drei Monate wird der junge Golfer dann hierzulande wieder nationale und internationale Turniere spielen.

Insgesamt vier Jahre will Büschges in den USA studieren, er hat eine klare Zielrichtung: „Mein Studium ist zweigleisig ausgelegt. Nach dem Examen in vier  Jahren werde ich versuchen anzugreifen und als Golf-Profi durchzustarten. Wenn mir das nicht gelingen sollte, habe ich einen guten Abschluss, um einen anderen Beruf zu wählen“. Doch das ist noch Zukunftsmusik, jetzt wird erst einmal mit der Familie Weihnachten gefeiert.

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