Heiper LAN House in Solingen feiert zehnten Geburtstag.

Heiper LAN House feiert zehnten Geburtstag : Die wollen nur spielen

Das Heiper LAN House feiert seinen zehnten Geburtstag. Auch ein Computer-Spieler aus Kanada war schon zu Gast.

Schloss Burg, Müngstener Brücke, Kunstmuseum? „Die lustigen Hasen“ kommen nicht wegen der Sehenswürdigkeiten nach Solingen. Sie kommen, um zu spielen. Pfingsten waren sie zum fünften Mal in Folge im „Heiper LAN House“ an der Straße Klein-Heipertz. „Und es wird sicher ein sechstes Mal geben“, verspricht Mitglied Sebastian Grun. Der Hamburger Community Manager hat nicht nur beruflich Spaß an Computerspielen: Privat ist er seit rund 20 Jahren in Kontakt mit anderen jungen Männern, die sich für Games wie „Counter-Strike“ oder „Overwatch“ begeistern.

Im täglichen Leben sehen sich nur zwei der bis zu 15 „lustigen Hasen“. Zu weit verstreut haben die Hasen ihre Bauten – von Hamburg bis in die Schweiz, von Borken bis nach Dresden. Mit- und gegeneinander spielen können sie auch von zuhause aus. Aber einmal im Jahr wollen sie nicht nur daddeln, sondern auch grillen und die Freundschaft ausleben, wie Grun erläutert. Zum ersten Mal trafen sie sich an einem Vatertag in Solingen; über Pfingsten blieben sie jetzt gleich fünf Nächte und mieteten das komplette Doppelhaus. Grun: „Das hier ist unser jährlicher Stammtisch. Da hat das Spielen nur sekundären Wert.“

In der familiären Atmosphäre fühle man sich toll aufgenommen, loben die fröhlichen Hasen ihren Gastgeber Peter Dübbert. Der hatte die Idee zu seinem Heiper LAN House vor zehn Jahren, als er mit seiner Familie ins Nachbargebäude zog und eine Nutzung für die leerstehenden Räume suchte. „Ich habe früher LAN-Partys im Mangenberger Pfarrzentrum und im Löhdorfer Jugendheim veranstaltet“, sagt Dübbert, der im Hauptberuf die Geschäfte der Katholischen jungen Gemeinde in Düsseldorf führt. Es folgten LAN-Partys im eigenen Haus. Dübbert: „Meine Freunde fanden die Idee gut.“

Andere auch. „Denn ich war mit der Erste, der auch Schlafräume angeboten hat“, blickt Dübbert zurück. „Und die letzten beiden Jahre war ich an den Wochenenden so gut wie ausgebucht.“ Dabei gebe es seit 2017 merklich Konkurrenz. „Aber der Markt ist riesig, und ich bin nach wie vor der günstigste Anbieter, weil ich den Fokus nicht auf Profit lege.“ 26 bis 32 Euro kostet die Übernachtung pro Person, Mengenrabatt noch nicht eingerechnet.

Mit manchen Gruppen ist Peter Dübbert freundschaftlich verbunden; gelegentlich ist auch ein Solinger unter den Gästen. „Es ist selten, dass sich Teams aus einer Stadt zusammenfinden“, sagt der 46-Jährige. „Oft ist es so, dass sich die Gruppenmitglieder hier zum ersten Mal treffen und dankbar sind, dass sie sich kennenlernen können.“ Schweizer, Österreicher und Holländer haben schon den Weg an der Löhdorfer Straße angesteuert. Dübbert: „Als sich hier drei oder vier Jahre lang eine kleine eingeschworene Gruppe zur Super-Mario-Kart-Weltmeisterschaft traf, war sogar ein Kanadier dabei.“

Selbst spielt Dübbert ab und zu gerne „StarCraft“, hält sich aber auch bei den aktuellen Games auf dem Laufenden. „Tatsächlich hat mir die aufwendige Organisation der Partys aber noch besser gefallen als das Spielen selbst. Dafür braucht man einiges an Know-how.“ Das gilt auch für die jüngsten Pläne des Geschäftsführers. Er denkt über einen zweiten oder sogar dritten Standort nach, an dem auch Virtual Reality (mit Datenbrillen) zum Einsatz kommen soll.

Außerdem überlegt Dübbert, Räume und Hardware für Solinger Gruppen – etwa aus Sportvereinen – anzubieten. „Es ist etwas anderes, wenn man sich trifft.“ Die Gäste des Heiper LAN House bringen dagegen ihre Ausrüstung mit, die oft auf den einzelnen Spieler abgestimmt ist. Dübbert hält unter anderem Gamingstühle, einen Beamer, einen großen Bildschirm und eine 50-Mbit-Datenleitung vor. „Ein Glasfaseranschluss wird der nächste große Schritt.“

„Das Schöne ist, dass es immer weitergeht“, freut sich der gebürtige Solinger. Auch in der Familie: Der 16-jährige Sohn spiele alles „quer durch die Bank“, während sich die 18-jährige Tochter für die „Sims“ begeistere und dort besonders gerne Häuser baue. Dübbert: „Jetzt möchte sie Architektur studieren.“

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