Handball-Bundesliga: Flensburg verteidigt den Titel.

Handball-Bundesliga : Flensburg krönt sich in Düsseldorf zum Meister

Vor mehr als 10.000 Zuschauern im Düsseldorfer ISS-Dome feierte die SG Flensburg-Handewitt mit einem 27:24 (13:8)-Erfolg beim Bergischen HC die Deutsche Meisterschaft. Der Tabellensiebte indes verpasste knapp das Ticket für den EHF-Pokal.

Rund 2500 Fans der SG Flensburg-Handewitt wollten die Meister-Krönung live miterleben. Alleine 750 von ihnen waren mit einem Sonderzug aus dem hohen Norden nach Düsseldorf angereist, wohin der Bergische HC sein letztes Heimspiel einer überragenden Saison verlegt hatte. Vor 10.043 Zuschauern im ISS-Dome hätte der Tabellensiebte sich mit einem eigenen Sieg nicht nur für eine Europapokal qualifizieren, sondern zugleich auch den THW Kiel zum Deutschen Meister machen können.

Im Fernduell um den Titel erfüllte der amtierende Pokalsieger zwar gegen die TSV Hannover-Burgdorf sein Pflicht (30:26), auf Schützenhilfe aus dem Bergischen Land konnte der große Flensburger Rivale allerdings nicht bauen. Das Überraschungsteam lief früh einem Drei-Tore-Rückstand hinterher und schaffte es lange Zeit nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen.

Dem mit sechs verletzten geschwächten BHC fehlten an diesem Nachmittag schlichtweg die personellen Alternativen, als dass er die hochkonzentriert und nahezu fehlerfrei agierenden Norddeutschen hätte gefährden können. In erster Linie machte sich das in der Offensive bemerkbar, wo Tomas Babak, Kristian Nippes und Fabian Gutbrod neben Youngster Alexander Weck als einzige etatmäßige Rückraumspieler durchspielen mussten.

Der entscheidende Zwischenspurt zum Titelgewinn legten die Flensburger acht Minuten vor Ende der ersten Halbzeit ein, als sie nach einer Parade von Keeper Benjamin Buric gegen den frei vor ihm auftauchenden Leos Petrovsky sowie einem abgefangenen Pass von Kristian Nippes zwei Mal innerhalb einer Minute ihr Tempospiel aufziehen konnten. Jim Gottfridsson und Anders Zachariassen stellten das Ergebnis auf 12:6. Während Löwen-Coach Sebastian Hinze seine zweite Auszeit nahm, wurde in der Flensburger Fankurve bereits meisterhaft gefeiert.

In der zweiten Halbzeit reduzierte auch der BHC seine Fehlerquote auf ein Minimum, um mit dem Titelträger auf Augenhöhe zu agieren und sogar fast noch das Ticket für den EHF-Pokal zu lösen. Nach dem 23:24 von Fabian Gutbrod war das Remis plötzlich greifbar, das angesichts der 25:27-Niederlage der Füchse Berlin gegen die HSG Wetzlar gereicht hätte, um die Europa-Tür zu öffnen. Im Endspurt setzte jedoch der Favorit die entscheidenden Akzente, so dass Tobias Karlsson in seinem letzten Spiel als Handballprofi mit der SG Flensburg-Handewitt die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge feierte.

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