Rheinberg: Es läuft nicht für Bürgermeister Frank Tatzel

Rheinberg: Keine gute Woche für Bürgermeister Frank Tatzel

Das war eine schlechte Woche für Bürgermeister Frank Tatzel und die Rheinberger Verwaltung. Notarztregelung, Stadtlogo, Zebrastreifen Römerstraße – es gab Ärger.

Der Kreis Wesel habe ihm untersagt, die Infos aus einer Präsentation zum Rettungsdienstbedarfsplan auszuplaudern, sagte Tatzel im Haupt- und Finanzausschuss. Da ging es der RP-Redaktion besser. Wir haben per Mail um (öffentliche) Informationen gebeten und sie vom Kreis Wesel anstandslos bekommen. Und Thomas Görtz, in dessen Stadt Xanten die angedachten Veränderungen zum Rettungsdienst munter diskutiert werden, sagte am Donnerstag in der Ratssitzung Richtung Rheinberg: „Wir haben keinen Maulkorb bekommen.“ Fakt ist: Wenn die Rede davon ist, dass die notärztliche Versorgung ausgedünnt werden soll, machen sich die Menschen Sorgen. Darauf sollte ein Bürgermeister reagieren und nicht nach Ausflüchten suchen.

Dumm gelaufen ist die Sache mit dem neuen Stadtlogo. Durfte die Verwaltung den Auftrag ohne Kenntnis der Politik erteilen oder hat sie gegen die Gemeindeordnung verstoßen? Das wird sich klären lassen, da dürfte es keine zwei Meinungen geben. Grüne und SPD messen dem Punkt vielleicht mehr Bedeutung bei als er verdient. Verstehen kann man das insofern, als solche Alleingänge der Verwaltung nicht gerade gut sind für das Vertrauensverhältnis zwischen Politik und Verwaltung. Über das von Grafiker Luja gestaltete Logo als solches ist dabei übrigens so gut wie gar nicht gesprochen worden.

Dass die Römerstraße im Ärzte- und Apotheken-Winkel an der Annastraße nun doch mit einem Zebrastreifen ausgestattet wird, ist erfreulich. Der Weg dahin ist es nicht. Denn dass der Bürgerwunsch nun von Erfolg gekrönt ist, ist einem Zufall, politischer Hartnäckigkeit, dem richtigen Riecher und der in diesem Fall glücklichen Hinhaltetaktik des Technischen Beigeordneten Dieter Paus zu verdanken. Die städtische Straßenverkehrsbehörde hat die Unmöglichkeit eines Zebrastreifens monatelang mit allzu breiter Brust gebetsmühlenartig vorgetragen und alle Ratschläge insbesondere aus der Politik in den Wind geschossen.

Als neutraler Beobachter beschlich einen zuweilen der Eindruck, es gehe um eine Machtdemonstration. Nach dem Motto: Wenn wir sagen, es gibt keinen Zebrastreifen, dann gibt es auch keinen. Da hätte der Bürgermeister in seinen Fachbereich hineinwirken und auf den Tisch hauen müssen. Devise: Findet eine Lösung!

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Und dann gibt es da noch ein paar verunsicherte Anlieger von Holz- und Fischmarkt. Denen war mitgeteilt worden, dass am Montag, unmittelbar nach dem Kastanienfest am Sonntag, die Baustelle für die Straßensanierung eingerichtet wird. Das hätte bedeutet: Tische und Stühle hätten noch am Sonntagabend abgeräumt werden müssen. Dass die Bauarbeiten nun später beginnen (möglicherweise im November) sei ihnen nicht mitgeteilt worden.

In diesem Sinne: ein angenehmes Wochenende!

uwe.plien@rheinische-post.de

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