Wesel: Professor verteidigt neues Stadtlogo

Wesel: Professor verteidigt neues Stadtlogo

Bei Facebook entbrennt eine Debatte über das neue Corporate Design der Stadt Wesel. Der Entwurf stößt bei einigen Bürgern auf wenig Gegenliebe. Mit der Kritik hat Designprofessor Christoph Zielke allerdings gerechnet.

An dem neuen Weseler Stadtlogo (Stichwort: Corporate Design - einheitliches Erscheinungsbild), das jüngst im Haupt- und Finanzausschuss von der Politik in höchsten Tönen gelobt wurde und am Dienstag, 6. März, vom Rat öffentlich abgesegnet werden soll, scheiden sich die Geister. Das rot-blaue Wesel-W, erdacht von dem Oberhausener Designstudenten Antonios Jansen-Gessas im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs mit 35 Studenten der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort, hat zwar auch die mit Designexperten besetzte Wettbewerbsjury überzeugt, bei vielen Weselern aber ist die Enttäuschung über den Entwurf groß.

Foto: Antonios Jansen-Gessas

Auf der Facebookseite unserer Redaktion gibt es seit Tagen eine Debatte um die Qualität des Entwurfes. Für Professor Christoph Zielke von der Hochschule Rhein-Waal kommt dieser Shitstorm in den sozialen Medien nicht überraschend. "Das ist generell so, wenn eine Stadt ein neues Logo sucht. Und generell hätte wohl kein Logo der Weltgeschichte Gnade gefunden in den Sozialen Medien - auch das Markenzeichen von Nike nicht, das der Sportartikelhersteller Swoosh nennt", ist der Designprofessor überzeugt.

Foto: Antonios Jansen-Gessas

Dass so mancher Weseler enttäuscht sein mag, dass beispielsweise der Esel in keinem der 35 Wettbewerbsbeiträgen eine Rolle gespielt hat, kann Christoph Zielke durchaus verstehen. Es sei aber so gewesen, dass das Esel-Motiv von vornherein ausgeschlossen wurde. Den habe nämlich niemand bei der Stadt gewollt. "Der Esel ist bei Veranstaltungen von Wesel-Marketing gut eingesetzt, ist für die offizielle Stadtkommunikation aber nicht geeignet", sagt der Professor. "Man muss das gesamte Konzept sehen und dann auch im Vergleich diskutieren. Man darf nicht erwarten, dass man das Zeichen sieht und die Leute Freudentränen in den Augen haben", sagt Christoph Zielke. Und man könne auch nicht erwarten, dass so ein Logo das Kondensat aus mehreren Meinungen und Emotionen sei. "Es geht vielmehr um die Eigenständigkeit, um die Unverwechselbarkeit."

Foto: Antonios Jansen-Gessas
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Der Designer Antonios Jansen-Gessas hat aus Sicht seines Professors einen Weg gefunden, den Bezug zwischen Wesel und dem Wasser anders darzustellen, als gewohnt. "Denn jede zweite Stadt hat in ihrem Logo einen mit dem Pinsel geschwungenen Flussverlauf. Das Ziel ist aber, dass ein Zeichen aus der Masse heraussticht." Zielke ist überzeugt, dass sich die Aufregung legt und sich mit der Zeit die Diskussion versachlicht.

Foto: Antonios Jansen-Gessas

Zahlreiche Reaktionen gab es in den vergangenen Tagen bei Facebook. "Unfassbar grauenvoll. Einfach traurig, dass dafür Geld ausgegeben wurde. Hätte jedes Kind mit Wasserfarbe malen können", teilte ein Kommentator mit. Ein anderer schrieb: "Was ist das denn? Den Bezug zu Wesel muss man aber schon ziemlich gut kennen. Ansonsten erkennt da keiner was. Vielleicht 'ne tolle Kunst, aber garantiert kein tolles Logo für Wesel."

Foto: Jansen-Gessas
(RP)