Alpen: Offener Ganztag hat eigene Insektenhotels gebaut

Naturkunde : Kinder bauen Wellnessressorts für Insekten

Offener Ganztag der Grundschule in Alpen fördert mit einem Projekt den „Respekt vorm Insekt“.

Auf dem Hof der Grundschule Zum Wald wurde gebohrt, gehämmert und genagelt. Unter dem Motto „Respekt fürs Insekt“ hatte das Team Offener Ganztag (OGS) seine Schüler eingeladen, mit Unterstützung von Eltern und Großeltern Insektenhotels zu bauen. „Wir haben uns das Bienenmuseum in Rumeln-Kaldenhausen angesehen und dort erfahren, dass es zwei Drittel aller Lebensmittel ohne Bienen nicht mehr geben würde“, sagte Teamleiterin Marianne Kempken-Joosten.

Weil daneben immer mehr Insekten-Arten aussterben oder davon bedroht sind, kam die Idee zum gemeinschaftlichen Bauvorhaben. Auch wenn die selbst gebastelten Unterkünfte auch Raupen, Ohrenkneifern, Spinnen und vielen anderen Insekten Unterschlupf bieten sollen, standen die Honigspender im Fokus.

„Kinder müssen einfach mit dem Respekt vor der Biene aufwachsen“ erklärte Kempken-Joosten. Die Ausgangslage der zum Teil mehrgeschossigen Insekten-Herbergen bildeten passend zurecht gesägte Bretter, die Tischlermeister Franz Baumgärtner kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Gefüllt wurden die fertigen Hotels mit Moos, Bambusröhrchen oder Baumrinden, die die Kinder zuvor im Wald vor der Haustür gesammelt hatten. „Dadurch entwickeln sie zugleich ein Bewusstsein für die Natur“, so Marianne Kempken-Joosten über den Nebeneffekt.

„Du musst den Bohrer immer schön senkrecht ansetzen, sonst müssen die Bienen in schräge Löcher krabbeln“, erläuterte Erwin Milosevic seinem Enkel Louis. Der hatte Geburtstag und freute sich bereits auf die neuen Gäste im heimischen Garten. Miriam Schmidt bevorzugte einen ganz anderen Rohstoff für den Hotelbau. „Damit wir genügend Konservendosen bekommen, haben die Familien in den vergangenen Tagen sehr viel Erbsen, Möhren und Pfirsiche gegessen“, beteuerte das OGS-Mitglied. Die Dosen wurden von der Bastelgruppe schwarzgelb bemalt und mit Bambusröhrchen gefüllt. Dank dem Getränkekonsum der Dosenspender erhielten die dekorativen Insektenhäuschen noch Augen aus Kronkorken und Flügel aus aufgeschnittenen PET-Flaschen.

Mia und Annabelle setzen große Hoffnung in ihre Dosenhotels: „Wir haben keine Bienen im Garten und möchten so gerne welche haben.“ Leon hatte andere Sorgen: Eine Wespe begutachtete seinen Rohbau. Was die künftigen Bewohner angeht, hat der Nachwuchs-Hotelier klare Vorstellungen: „Da dürfen alle Insekten rein, außer Mücken und Wespen.“ Angelika und Willi Boßmann haben mit Enkelin Mia eine Wohlfühloase für alles, was kreucht und fleucht, geschaffen. Benannt haben die Großeltern die Insektenherberge nach der Bauherrin. So nächtigen Biene & Co künftig in der „Villa Mia“.

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