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Rhein-Kreis Neuss: Spiele für Garten und Gelände im Familientest

Freizeit im Rhein-Kreis Neuss : Spieletipps für draußen - wenn das Eckige ins Runde muss

Der Mai ist da, das Wetter wird (hoffentlich) besser und die Tage werden länger. Eine gute Gelegenheit für Spiele im Garten oder auf der Wiese im Park. Eine Familie in Neuss hat weniger bekannte Spielmöglichkeiten getestet. Ein Erfahrungsbericht.

Mit den eigenen Kindern oder dem Lebenspartner hat man schnell ein Team gebildet oder tritt gegeneinander an. Wegen anhaltender Kontaktbeschränkungen muss man auch in diesen Tagen die Spielkameraden noch im eigenen häuslichen Umfeld suchen, maximal eine Person eines fremden Haushalts ist erlaubt – und das gilt im privaten Bereich, genauso wie in der Öffentlichkeit.

Familie Pizzaleo, das sind die Eltern Matteo und Steffi mit ihren Töchtern Mia (15) und Gina (12), haben „von Nachbarn das Spiel Cornhole ausleihen können und wollen das mal testen,“ erzählt Steffi und greift nach einem mit Maiskörnern gefüllten Beutel aus Baumwolle. Cornhole ist in Amerika bei Barbecues sehr beliebt und setzt sich zusammen aus dem englischen Wort für Mais (Corn) und Loch (Hole). Der Mais muss also ins Loch. Aber wie soll das gehen? Man braucht eine feststehende, leicht geneigte Holzplatte, die im oberen Bereich ein Loch von circa 15 Zentimetern Durchmesser hat und je Team vier Wurfbeutel. Oft wird auch mit zwei Plattformen gespielt. In einem Abstand von ungefähr acht Metern wird nun versucht, die Beutel in das Loch zu werfen. „Drei Punkte gibt es, wenn der Beutel richtig durch das Loch fällt und einen wenn der Sack auf dem Holzbrett liegenbleibt – immerhin“, erklärt Gina und wirft die blauen Maisbeutel wieder zurück an die Ausgangslinie, wo Steffi zum nächsten Wurf ausholt.

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Die große Schwester Mia testet derweil mit ihrem Vater Matteo das Geschicklichkeitsspiel Wikingerschach, das auch als Kubb bekannt ist. Der Beutel mit den Spielfiguren ist schnell entleert, aber ein bisschen Platz braucht man jetzt schon: „Fünf mal acht Meter ist das Spielfeld groß“, liest Mia vor, schreitet die Fläche ab und setzt Holzstäbe in alle vier Ecken. Nun gilt es jeweils fünf mehr oder weniger standfeste Holzklötze (schwedisch: Kubb) der Gegenpartei mit kleineren Wurfhölzern umzuwerfen. Der König, der zusätzlich in der Mitte des Spielfelds steht, muss zuletzt getroffen werden. Mia und Matteo spielen erstmal nur zu zweit, die Teams können aber aus bis zu jeweils sechs Personen bestehen.

Bei Gina und Steffi ist die erste Spielrunde mit viel Lachen und einigen Diskussionen zu Ende gegangen und das Fazit ist eindeutig: So einfach, wie das klingt, ist das gar nicht. Die Beutelchen rutschen oft doch wieder von der Platte herunter, fliegen zu weit oder landen schon auf halber Strecke. „Aber es hat mega Spaß gemacht“, sagen beide. Cornhole ist, laut Deutschem Cornhole-Verband, ein Spiel für Jedermann. Handwerklich Talentierte können sowohl das Spielbrett für Cornhole, als auch die Figuren für das Wikingerschach gut selber machen.

Mia und Matteo haben die Holzklötze auf dem unebenen Rasen zum Halten gebracht und los geht’s: Mia trifft als erstes – jawoll! Matteo tastet sich erst langsam an den richtigen Schwung ran und resümiert: „Die Wurfhölzer fliegen jedes Mal anders. Erst zu flach, dann zu schnell oder sie springen über den Boden.“ Aber der Ehrgeiz ist geweckt. Dennoch kann Mia nach zehn Minuten den letzten Feldkubb ihres Vaters umwerfen und zielt nun auf den König in der Mitte. Das Werfen ist nur von unten erlaubt und wenn der König während des Spielverlaufs schon fällt, hat das verursachende Team verloren. Mia trifft und schlägt sich mit Matteo ab, Siegestänzchen inklusive.

Aufwendiger in der Vorbereitung ist Krocket, was nun alle gemeinsam ausprobieren: Hierbei gilt es, Bälle mit hammerförmigen Schlägern in einer bestimmten Reihenfolge durch Tore zu stoßen. Die Tore in der Version der Pizzaleos sind U-förmige Drahtbügel, die in den Boden gesteckt werden. Jetzt heißt es: Töchter gegen Eltern und Matteo überwacht den regelkonformen Aufbau: Das Spielfeld sollte eine Größe von 20 Metern haben und möglichst eben sein – gar nicht so einfach in dem Familiengarten. Die Tore können im Zick-Zack, im Kreis oder auf einer Linie aufgestellt werden. Die Hoistener Familie baut einen anspruchsvollen Parcours und schießt den Ball durch die ersten Tore. Auch krocketieren ist erlaubt: Dabei versucht der Spieler den Ball eines Mitspielers mit dem eigenen Ball zu treffen, um so einen Wettbewerbsvorteil herauszuspielen. Mia hat bald alle Tore passiert und startet mit dem Rückspiel, denn der Ball muss wieder zurück zum Startpfosten. Am Ende beweisen die Mädels das beste Ballgefühl und gehen als Gewinner aus dem Spiel hervor.

Das Fazit der Familie Pizzaleo: „Cornhole hat uns am besten gefallen. Aber Spaß gemacht hat alles.“ In diesem Sinne: Mögen die Spiele beginnen!