Neuss: DAGN besucht Hürtgenwald und Henri Chapelle und gedenkt Weltkriegsopfern

Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Neuss : Gedenken an Weltkriegsopfer

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Neuss (DAGN) hat anlässlich des 75. Jahrestags des Beginns der Offensive der amerikanischen Armee die Schlachtfelder im Hürtgenwald und den amerikanischen Soldatenfriedhof Henri Chapelle in Belgien besucht.

Die Kooperationsveranstaltung mit der evangelischen Kirchengemeinschaft Gladbach-Neuss wurde von Werner Ulrich geleitet und von ihm und der amerikanischen Schriftstellerin Margie Newman vorbereitet. Newman hat in der Neusser Partnerstadt Saint Paul Informationen über gefallene Soldaten im Hürtgenwald aus Saint Paul recherchiert. Von Neuss ging es mit dem Bus nach Vossenack, wo die Wanderung auf dem Kall-Trail begann. Auf steilen Pfaden ging es an einem Platz eines Lazaretts vorbei bis zur Brücke an der Mestrenger Mühle, wo letztendlich die Waffenstillstandvereinbarung am Ende der Kämpfe unterschrieben wurde.

Anschließend wurde der deutsche Soldatenfriedhof in Vossenack besichtigt. Auf dem Weg zum amerikanischen Soldatenfriedhof in Henri Chapelle in Belgien wurde noch die Kampfstätte Ochsenkopf besucht, wo der aus der Neusser Parterstadt Saint Paul stammende Robert Cahow gefallen ist. „In Henri Chapelle sind insgesamt 20 junge Soldaten aus Saint Paul beerdigt, die ihr Leben für die Befreiung von Deutschland gegeben haben. Hier ihnen zu Ehren einen Kranz und Blumen auf ihren Gräbern niederzulegen, ist sehr bewegend“, sagte Thomas Schommers, Präsident der DAGN.

Begleitet wurde die Fahrt vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Neuss, Sven Schümann, der auch einen Kranz für die Stadt Neuss niederlegte. Schommers, Schümann und Ulrich waren sich einig, dass man den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker uneingeschränkt folgen kann, dass Deutschland von den Amerikanern befreit wurde. Schommers: „Die Zusammenarbeit von Margie Newman und Werner Ulrich ist gelebte Städtepartnerschaft und zeigt: Auch 75 Jahre nach Beginn der Kämpfe im Hürtgenwald ist es wichtig, daran zu erinnern. Wo Menschen unterschiedlicher Nationen zusammenkommen und zusammen etwas erarbeiten, wird kein Krieg geführt. Deshalb trägt jede Städtepartnerschaft zur Friedenssicherung bei.“

Im Hürtgenwald fand vor 75 Jahren die sogenannte Allerseelenschlacht im Zweiten Weltkrieg statt, die vom 2. bis 8. November 1944 dauerte und von einem Grabenkrieg zwischen amerikanischen und deutschen Streitkräften, der über zwei Monate dauerte, begleitet war. Auf beiden Seiten waren hohe Verluste zu verzeichnen. Viele der in den Kämpfen im Hürtgenwald gefallenen US-Soldaten ruhen auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof Henri Chapelle in Belgien, gefallene deutsche Soldaten auf dem Friedhof in Vossenack. Auf dem Friedhof Henri Chapelle gibt es 7992 Gräber, in Vossenack wurden 2221 gefallene Soldaten beerdigt, viele davon unbekannte Tote.

(NGZ)
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