Neusserin Lisette Thöne belegt beim Bob-Weltcup in Lake Placid Rang zwei

Wintersport : Lisette Thöne bringt den Bob in Schwung

Die Anschieberin aus Neuss belegt beim Auftakt in die Weltcup-Saison mit Stephanie Schneider in Lake Placid hinter der zweimaligen Olympiasiegerin Kaillie Humphries den guten zweiten Platz. Kampf ums WM-Ticket ist voll entbrannt.

So was nennt man dann ja wohl fett! Zum Saisonstart in den Winter 2019/2020 schlossen die deutschen Bob-Frauen den Weltcup auf der schwierigen Bahn in Lake Placid (USA) auf den Rängen zwei, drei und vier ab. Mittendrin statt nur dabei war Lisette Thöne (ESC Erfurt). Die Anschieberin aus Neuss raste mit ihrer Pilotin Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg) zu Silber, nur um 0,31 Sekunden geschlagen von der zweimaligen Olympiasiegerin Kaillie Humphries (mit Lauren Gibbs) aus den USA.

Das war umso wichtiger, geht es bis zum Jahreswechsel doch gleichzeitig ums Ticket für die Bob & Skeleton-Weltmeisterschaften vom 17. Februar bis 1. März in Altenberg (Erzgebirge). Und die direkte Konkurrenz wusste ebenfalls zu punkten: Die erst 22-jährige Kim Kalicki legte mit ihrer Partnerin Vanessa Mark (beide TuS Eintracht Wiesbaden) nach nur sechs Fahrten auf dieser Bahn ein Weltcup-Debüt nach Maß in den Eiskanal, hatte auf dem Bronzerang nur einen Rückstand von 13 Hundertstelsekunden auf Platz zwei. Das nahezu perfekte Ergebnis komplettierte Olympiasiegerin Mariama Jamanka mit ihrer Anschieberin Kira Lipperheide (+ 0,45) als Gesamtvierte. Das fand die Berlinerin „sehr ärgerlich, viel Zeit ging vor allem im zweiten Durchgang flöten.“ Kein wirklicher Beinbruch indes, ist sie für Altenburg doch gesetzt.

Stephanie Schneider hingegen muss mit ihrem Team, zu dem neben Lisette Thöne auch Ann-Christin Strack (BC Stuttgart Solitude) gehört, zwischen Weihnachten und Silvester gegen die aufstrebende Kim Kalicki eine von Bundestrainer René Spies angesetzte Ausscheidung ums WM-Ticket fahren. Das dafür nötige Selbstbewusstsein stärkte Rang zwei in Lake Placid: Schneider: „Das ist für uns sensationell. Wir freuen uns sehr. Kaillie Humphries war hier eine Nummer für sich. Insgesamt war das eine sehr gute Woche für uns.“ Außerdem, fügte sie schmunzelnd hinzu: „Erfolgreich bin ich eh nur, wenn ich ein bisschen Druck habe.“ So wie bei den letzten Selektionsrennen auf der Kunsteisbahn am bayerischen Königssee, wo sie nach der total verpatzten Ausscheidung in Altenburg („Da ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte.“) ihre Rivalinnen in Grund und Boden fuhr. So wie im vergangenen Winter, als sie bei der WM auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler im Training schwer stürzte und am Ende mit Ann-Christin Strack noch die Silbermedaille einbrachte.

Bemerkenswert: Nach dem ersten Lauf in der 1680 Meter langen Eisröhre von Lake Placid hatten bei teils starkem Schneefall die deutschen Bobs innerhalb von nur drei Hundertstelsekunden auf den Rängen drei, vier und fünf gelegen – am Ende jedoch auf den Plätzen zwei, drei und vier. Unter anderem, weil das kanadische Duo Christine de Bruin/Richardson Wilson (+ 0,46) von der zweiten Position noch an die fünfte Stelle zurückfiel.

Glücklich: Anschieberin Lisette Thöne (l.) und Pilotin Stephanie Schneider. Foto: BSD

Weiter geht‘s im Zweierbob der Frauen für Lisette Thöne & Co. schon am Wochenende ebenfalls in Lake Placid – dann wird der Ende November ausgefallene Weltcup von Park City (Utah) nachgeholt.