Tennis: BW Neuss fühlt sich für Abstiegskampf gerüstet

Tennis : BW Neuss fühlt sich für Abstiegskampf gerüstet

Der Blick auf die Mannschaftsmeldungen der Tennis-Bundesligisten verrät: Für TC BW Neuss geht es erneut um den Verbleib in der Liga.

Ein bisschen nervös ist Dietmar Skaliks ja schon. Früher hatte sich der Neusser Stahlhändler, der beim TC Blau-Weiss Neuss im Team der Herren 60 den Schläger schwingt, nur um die Öffentlichkeitsarbeit des Tennis-Bundesligisten gekümmert. Jetzt, nach der Trennung von Marc Raffel, steht Skaliks als Geschäftsführer der neu gegründeten "BW Neuss Pro Tennis GmbH" plötzlich in der wirtschaftlichen und sportlichen Verantwortung für die am 30. Juni mit dem Heimspiel gegen den Deutschen Vizemeister BW Halle startenden Saison im Oberhaus des Deutschen Tennis-Bundes (DTB).

Auf der Internetseite der Tennis-Bundesliga (www.tennis-point-bundesliga.de) wird er sogar als "Teamchef" geführt. Das hält Skaliks für übertrieben: "Wir arbeiten im Team", sagt er. Auf sportlicher Seite meint er damit das neue Trainertrio Kevin Deden, Marius Zay und Sascha Klör, die in der Bundesliga auch selbst zum Einsatz kommen sollen. Auf der wirtschaftlichen bezieht er die ehrenamtliche Führungsriege des Klubs um Vorsitzenden Andreas Jülich und dessen vor allem für Sponsorenkontakte zuständigen "Vize" Michael Rötepohl mit ein. "Was die Zusammenstellung des Etats angeht, befinden wir uns auf der Zielgeraden", sagt Skaliks und verrät: "Der Etat ist etwas höher als in den Vorjahren."

Große Sprünge wird der Bundesliga-Rekordmeister deshalb aber nicht machen können: "Wir kämpfen mit mindestens der Hälfte der Bundesligisten um den Ligaverbleib", wagt Skaliks nach Durchsicht der Meldebögen, die die zehn Klubs fristgerecht beim DTB eingereicht haben, eine Prognose. Immerhin stehen darauf die Namen von 36 Profis, die zur Zeit unter den besten 100 der Weltrangliste zu finden sind, angeführt von Janko Tipsarevic (9) und Tommy Haas (19, beide GW Mannheim), Andreas Seppi (20, RW Erfurt) und Philipp Kohlschreiber (21, Kurhaus Lambertz Aachen). Neuss hat davon nur einen: den Argentinier Leonardo Mayer (60).

Dietmar Skaliks kann das nicht schrecken: "Klar, nominell haben wir zusammen mit BW Krefeld den schwächsten Kader. Aber letztlich kommt es darauf an, wer von den gemeldeten Akteuren wirklich spielt." Schließlich ist die Diskrepanz zwischen Aufgebot und tatsächlicher Mannschaftsaufstellung in keiner Sportart so groß wie in der Tennis-Bundesliga.

Die sich wie in den Vorjahren als Drei-Klassen-Gesellschaft aufstellt: Titelverteidiger Kurhaus Lambertz Aachen, der neben Kohlschreiber noch die deutschen Top-Spieler Florian Mayer, Daniel Brands, Matthias Bachinger, Andreas Beck und Philip Petzschner gemeldet hat, BW Halle, das gleich neun Top-100-Profis gemeldet hat, und der Erfurter TC Rot-Weiss, der mit fünf Spielern unter den besten 100 mächtig aufgerüstet hat, werden wohl den Titel unter sich ausmachen. GW Mannheim und der Düsseldorfer Rochusclub bilden das "Mittelfeld", der Rest mit Neuss, Krefeld, Wacker Burghausen und den Aufsteigern TC Bruckmühl-Feldkirchen und Bremerhavener TV führt den Kampf ums sportliche Überleben. Und der wird selten an den Spitzenpositionen entschieden.

(NGZ/rl)
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