Handball: Handball der Güteklasse A beim Quirinus-Cup

Handball : Handball der Güteklasse A beim Quirinus-Cup

Ab heute spielen im Rhein-Kreis 189 Teams aus 17 Nationen zum 31. Mal seit 1983 beim größten Jugendturnier dieser Art in Europa.

Der spektakulärste Debütant ist schon da. Am Mittwoch schlugen 21 Handballer aus Kiryat Ono ihr Quartier in Dormagen auf. So außergewöhnlich der Besuch der Gäste aus Israel am Rhein auch ist, beim Quirinus-Cup des Neusser HV, der von heute Abend bis zur Finalrunde am Sonntag ab 13 Uhr in der Humboldt-Sporthalle an der Bergheimer Straße mehr als 3000 Nachwuchssportler in den Rhein-Kreis führt, dürften sie, rein sportlich gesehen, nur eine Randnotiz abgeben. Denn auch in seiner 31. Auflage ist das Turnier vor allem eines: eine fast beispiellose Leistungsschau des europäischen Nachwuchs-Handballs auf höchstem Niveau. In zwölf aufs gesamte Kreisgebiet verteilte Hallen kämpfen insgesamt 189 Mannschaften aus 17 Nationen (der Anteil ausländischer Mannschaften liegt bei 40 Prozent) um einen Platz in den neun Endspielen (A- bis E-Junioren) am Sonntag.

Wie erhaben die Qualität der Teilnehmer ist, zeigt exemplarisch der Blick auf das Turnier der männlichen A-Jugend: Sehr gut möglich, dass im TSV Bayer Dormagen und dem SC Magdeburg zwei der besten deutschen Nachwuchstruppen aufeinandertreffen. Beide stehen im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft – Magdeburg setzte sich in der Runde der letzten Acht in zwei Spielen gegen die HSG Lemgo durch (32:30, 37:37), Dormagen schaltete die JSG Balingen/Weilstetten aus (41:31, 27:35). Zumindest der TSV wird darum am Wochenende nicht in Bestbesetzung antreten: Jugend-Europameister Simon Ernst und Moritz Preuss, mit Bayers Herren auch Meister der 3. Liga West, genießen mit ihren Kollegen auf Mallorca gerade eine dringend benötigte Auszeit und sind daher ebenso nicht dabei wie der an der Schulter verletzte Sebastian Damm. Nominiert hat Trainer Frowin Fasold, der mit seinen Schützlingen im DM-Halbfinale am 25. Mai zunächst bei den Füchsen Berlin antritt (das Rückspiel steigt eine Woche später im TSV-Sportcenter), dagegen den ebenfalls regelmäßig in der 3. Liga eingesetzten Jo Gerrit Genz.

"Der Quirinus-Cup steht für die Scouts ganz fest im Terminplan", weiß Dormagens Handball-Koordinator Björn Barthel, für den der Cup bei der Sichtung von Talenten noch eine zweite wichtige Funktion erfüllt: "Da die Möglichkeit besteht, drei Gastspieler einzusetzen, ist das Turnier ideal, um Akteure zu testen." Zur Prominenz aus deutschen Landen sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich kommen noch die Spitzenklubs aus dem befreundeten Ausland. Da wären zum einen Stammgäste wie Dukla Prag (ist schon seit der ersten Auflage mit von der Partie), HBC Strakonice, Sokol Pisek, (alle Tschechien) oder Uks Roxa Lublin (Polen), zum anderen die stets zu den ganz heißen Favoriten zählenden Vereine aus Kroatien (RK Badel Zagreb, Zamet Rijeka), Ungarn (Pick Szeged, MKB Veszprém, Honved Budapest), Slowenien (RK Pivovarna Lasko Celje) oder Russland (Team Pskow, Kuban Krasnodar).

Prognosen für die Finals gibt indes selbst der beim Cup seit vielen Jahren für die Spielpläne zuständige Jochen Kallenberg nicht ab. "Es sind immer Überraschungen möglich."

Gut für die Stimmung wäre am Sonntag natürlich auch ein Endspiel mit Beteiligung der Gastgeber. Im vergangenen Jahr hatten sich der Nachwuchs des Neusser HV immerhin den "Quirinus-Super-Cup" für den Verein mit den meisten Platzierungen unter den besten Vier gesichert. Die weibliche D-Jugend des NHV war sogar erst im Finale mit 10:13 am HSC 2000 Magdeburg gescheitert. Der bot in Lucie Kretzschmar nicht nur die Tochter des 218-fachen deutschen Nationalspielers Stefan Kretzschmar auf, sondern auch die beste Feldspielerin ihres Jahrgangs.

Apropos Stefan Kretzschmar: Der 40-Jährige, zu Beginn des Jahres in der Kino-Filmkomödie Kokowääh II als er selbst zu sehen, hat sich ebenso wie seine Exfrau Maria erneut angesagt. Der "Spezi" der in Diensten des NHV stehenden Ex-Weltmeisterin Gabi Palme ist am Wochenende ohnehin im Lande, morgen schaut er sich auf Einladung von Vize-Präsident Rainer Bonhof im Nordpark den Bundesliga-Hit Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München an.

(NGZ/rl)
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