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Ringen: Beim Grand-Prix geht es auch um Olympia

Ringen : Beim Grand-Prix geht es auch um Olympia

Den Grand Prix in Dormagen wollen die Ringerinnen nutzen, um noch einmal für den Verbleib ihrer Sportart bei Olympia zu kämpfen.

In gut zwei Wochen entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC), ob Ringen wie angedroht aus dem Kanon der olympischen Sportarten gestrichen wird. 108 000 Unterschriften sind bisher weltweit gegen dieses Vorhaben zusammengetragen worden, 600, sagt Detlev Zenk, hat der AC Ückerath beigesteuert.

Der Vorsitzende geht davon aus, dass es über Pfingsten noch ein paar mehr werden. Denn dann richtet sein Verein zum zwölften Male den "Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland" aus, das einzige Ringerinnen-Turnier von Weltgeltung hierzulande. Und wenn knapp 300 Athletinnen aus 22 Nationen – erstmals ist in Person von Chibou Blanche Yannick N'Cho auch die Elfenbeinküste vertreten – zusammenkommen, liegt es nahe, noch einmal für eine Zukunft der einstigen olympischen Kernsportart unter den fünf Ringen zu demonstrieren. "Wir werden die Eröffnungsfeier am Samstagmorgen dafür nutzen", kündigt Zenk an.

Vielleicht bedingt durch die Androhung des IOC ist das Interesse am Grand-Prix, der wie gewohnt im TSV-Bayer-Sportcenter ausgetragen wird, noch einmal gestiegen: "Deutlich mehr Teilnehmerinnen als im vergangenen Jahr", hat der ACÜ-Vorsitzende registriert. Was den Verein logistisch an seine Grenzen bringt. Denn weil es in Dormagen zu wenig Hotelbetten gibt, ist das Gros der Teilnehmerinnen in Neuss untergebracht – und muss entsprechend zum Training, zur Waage und zu den Wettkämpfen hin- und hergefahren werden. Die erste Delegation, die aus den USA, weilt bereits seit Mittwoch in Dormagen. Die anderen aus Österreich, Weißrussland, Kanada, Tschechien, Finnland, Frankreich, Elfenbeinküste, Ungarn, Italien, Israel, Kasachstan, Lettland, Moldawien, Norwegen, Niederlande, Polen, Russland, Schottland, Slowakei und Schweden folgen heute und morgen.

Für die deutschen Kader-Ringerinnen ist der "Heimkampf" natürlich Pflicht. Vor allem für die am Bundesleistungsstützpunkt Dormagen trainierenden Athletinnen wie die EM-Dritte bis 67 Kilogramm, Aline Focken. Die Krefelderin, gerade 22 Jahre alt geworden, kämpfte sich im vergangenen Jahr in Dormagen bis ins Finale, musste sich da aber der Kanadierin Martine Dugrenier geschlagen geben.

Ein Schicksal, das sie mit Nina Hemmer teilt. Die 20-Jährige vom AC Ückerath scheiterte beim Vorhaben, als erste Ringerin aus den Reihen des Gastgebers den Grand-Prix zu gewinnen, im letzten Kampf der Klasse bis 51 Kilogramm an der Argentinierin Patricia Bermudez. "Sie ist gut drauf, vielleicht schafft sie es ja diesmal", zeigt sich ihr Vereinschef verhalten optimistisch, weiß aber auch, "dass die Konkurrenz in dieser Klasse ziemlich stark ist." So peilt die Kanadierin Jessica Mac Donald ihren dritten Sieg im TSV-Bayer-Sportcenter an. Doch wenn das IOC am 29. Mai "pro" Ringen entscheiden sollte, haben sowieso alle gewonnen.

(NGZ/rl)