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Handball: Heiner Brand erteilt Handballern eine Lehrstunde

Handball : Heiner Brand erteilt Handballern eine Lehrstunde

Der frühere Bundestrainer und die Ex-Nationalspieler Immel und Dragunski besuchten das Marie-Curie-Gymnasium.

Der Termin hätte kaum besser passen können: Vier Tage nach dem Aufstieg des Neusser HV in die Dritte Liga und zwei Tage vor dem Start des Quirinus-Cups, Deutschlands größtem Nachwuchsturnier, war Handball gestern beherrschendes Thema am Neusser Marie-Curie-Gymnasium. Das lag freilich weniger an den beiden Ereignissen als an den prominenten Lehrern, die sich um acht Uhr zur ersten Unterrichtsstunde eingefunden hatten.

Die Trainingseinheit gestern Morgen dürften die Schüler der Handball-AG am Marie-Curie-Gymnasium so schnell nicht vergessen. Foto: A. Woitschützke

Für Jan-Olaf Immel keine große Umstellung. Schließlich unterrichtet der 105-fache Nationalspieler in seiner Heimatstadt Wiesbaden Sport, betreut inzwischen in verschiedenen Schul-Arbeitsgemeinschaften 140 Nachwuchs-Handballer. Nicht ganz so viele sind es am Marie-Curie-Gymnasium: "Unsere Handball-AG besteht aus 20 Schülern", sagt Oliver Kegler, der im vierten Jahr Sport und Französisch an der Jostenallee unterrichtet. Die durften gestern Morgen ihr Können nicht nur vor Jan-Olaf "Eike" Immel und seinem früheren Nationalmannschaftskollegen Mark Dragunski zeigen, sondern auch vor dem immer noch bekanntesten Handball-Gesicht Deutschlands: "Ich kann zwar nicht überall sein", sagt Heiner Brand, mehr als 14 Jahre Bundestrainer und jetzt Chefmanager des Deutschen Handball-Bundes (DHB), "aber bei fünf der 25 Aktionen bin ich gerne dabei."

Neuss hatte dabei "das Glück der räumlichen Nähe", sagt Brand lachend. Überhaupt gehört eine Portion Glück dazu, für die Aktion "Handballstars go to school" ausgewählt zu werden, für die sich alljährlich 700 Schulen bundesweit bewerben. Am Marie-Curie-Gymnasium klappte es im dritten Anlauf, auch, weil dort in der Oberstufe Handball neben Leichtathletik als Schwerpunktsportart angeboten wird.

"Hauptsache, wir bringen die Kinder in Bewegung", umreißt Mark Dragunski das Ziel der Aktion. Ob sie hinterher "beim Handball, beim Hockey oder bei der Leichtathletik hängenbleiben", sei letztlich zweitrangig, meint der 2,14 Meter lange frühere Kreisläufer von TuSEM Essen. Dort trainiert der 42-Jährige, der 117 Mal für Deutschland spielte, den Nachwuchs und die Zweitvertretung, die im Duell mit dem Neusser HV am Aufstieg in die Dritte Liga scheiterte. "Dass Neuss es geschafft hat, freut mich", sagt Dragunski, "die haben es nämlich wirklich verdient."

Auch Jan-Olaf Immel verfolgt aufmerksam das Handballgeschehen hierzulande, schließlich ließ er seine Karriere in der Saison 2010/2011 beim DHC Rheinland ausklingen. Auf dem Weg nach Hause besuchte er die wenigen alten Weggefährten, die wie Tobias Plaz in Dormagen geblieben sind. "Das war auch der Grund, warum ich mir die Aktion in Neuss ausgesucht habe", sagt der 37-Jährige, der es "ausgesprochen schade" findet, dass der TSV Bayer trotz des Meistertitels in der Dritten Liga West nicht in die Zweite Liga aufsteigen darf: "Da gehören die nämlich hin."

Vielleicht klappt es ja demnächst mit Unterstützung aus dem Marie-Curie-Gymnasium. Von den Schülern der Handball-AG träumen jedenfalls etliche davon, Profi zu werden. Das sympathische Auftreten der "Handball-Stars", die ganz ohne die obligatorischen Star-Allüren daherkamen, wird sie in diesem Vorhaben eher noch bestärkt haben.

(NGZ/rl)