Korschenbroich: Grundschule Liedberg wird 150 Jahre alt

Korschenbroich : Grundschule Liedberg wird 150 Jahre alt

Die Liedberger Grundschule im historischen Ortskern ist seit langem von zentraler Bedeutung für die Bürger des Dorfs. Mit einer Projektwoche vom 1. bis 6. Juli soll Jubiläum gefeiert werden.

Matthias Ahrweiler braucht einige Sekunden, um sich zurückzuerinnern. "Eigentlich hat sich nicht viel verändert", sagt der 76-Jährige. Ahrweiler kann den Vergleich ziehen — schließlich war er von 1979 bis 2001 Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule Liedberg und kennt sich bestens mit ihrer Historie aus. "Die Schule war immer von immenser Wichtigkeit für das ganze Dorf, das ist sie immer noch und soll auch weiterhin so bleiben", sagt Ahrweiler.

In diesem Jahr feiert die GGS Liedberg nun ihr großes Jubiläum — 150 Jahre wird sie alt, auch wenn Schule an diesem Standort bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts aktenkundig wurde. 1860 wurde die erste Etage des Liedberger Schulhauses zu einer Lehrerwohnung umgebaut. Sieben Jahre später veranlasste der zuständige Schulpfleger, Pfarrer Poll aus Giesenkirchen, den Gemeinderat, den Bau einer Schule zu beschließen. 1863 begannen schließlich die Bauarbeiten, die nach einigen Monaten vollendet waren.

Heute — 150 Jahre später — ist die Schule immer noch eingliedrig. So gibt es lediglich vier Klassen á rund 25 Schüler und insgesamt sieben Lehrer. Ein rar gewordenes Schulkonzept, das jedoch durchaus Vorteile hat. "Es ist leichter, in einem kleinerem Gremium Projekte zu planen. Man kennt sich untereinander", sagt Willy Schellen, ehemaliger Schulpflegschaftsvorsitzender, der sich nun als Ehrenamtler für die Schule engagiert. Schellen möchte gar nicht so sehr in die Vergangenheit blicken. "Die Zukunft der Schule steht im Mittelpunkt", sagt der 72-Jährige, der auch die Projektwoche zum Jubiläum mitorganisiert.

Vom 1. bis 6. Juli befassen sich die Schüler dann mit der Historie der Schule. "Die Kinder sollen in Gruppen erarbeiten, wie Schule vor 150 Jahren war", erklärt Schulleiter Peter Walter. So beschäftigen sich die Schüler mit alten Schriften, Liedern oder Spielzeug aus der damaligen Zeit. Auch ein Theaterstück soll einstudiert werden. Alle Ergebnisse sollen dann beim Schulfest am 6. Juni präsentiert werden.

Symbolisch für den Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft werden dann einige ehemalige Schüler der GGS Liedberg zu Schaufel und Spaten greifen, um einen Apfelbaum auf dem Schulgelände zu pflanzen. Er soll in Zukunft das tun, was die Liedberger Grundschule nun seit 150 Jahren macht — Früchte tragen.

"Wir müssen uns keine Sorgen um die Zukunft machen", versichert Schulleiter Peter Walter. Denn auch wenn es in manchen Jahren schwer war, alle Klassen zu besetzen, hat es doch immer funktioniert. Eine Tatsache mit der auch Matthias Ahrweiler 22 Jahre lang leben musste. Auch er wird das Schulfest besuchen und viele Eindrücke von Schule in den vergangenen 150 Jahren Jahren sammeln. Wahrscheinlich erinnert er sich dann auch an die Zeit, als er selber Schüler war. Und wer weiß, vielleicht hat sich ja doch etwas verändert im Laufe der Zeit.

(NGZ/rl)
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