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Rhein-Kreis Neuss: Kreis zeichnet Feuerwehrleute aus

Rhein-Kreis Neuss : Kreis zeichnet Feuerwehrleute aus

Der Ehrenamtspreis des Kreises geht in diesem Jahr an Heinz-Peter Pflipsen vom Löschzug Kaarst und Reinhold Keuchel von der Feuerwehr Neuss-Grefrath. Letzterer ist ein Feuerwehrmann, der auch Feuer spucken kann.

Sie gehen für andere durchs Feuer und wurden jetzt für ihr überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenamtspreis des Rhein-Kreises geehrt: Reinhold Keuchel von der Feuerwehr Neuss-Grefrath und Heinz-Peter Pflipsen von der Feuerwehr Kaarst nahmen diese Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde in Schloss Dyck entgegen. Ein Festakt unter Kronleuchtern und mit Harfenklängen von Susana Feige aus Ratingen.

Landrat Hans-Jürgen Petrasuschke sparte vor rund 30 geladenen Gästen nicht mit Lob: "Wir rücken Sie, liebe Preisträger, Ihr vorbildliches Engagement für das Gemeinwohl, heute in den Mittelpunkt." Bereits zum vierten Mal verleihe der Rhein-Kreis Neuss den Ehrenamtspreis im Bereich Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz, um bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Einsatz auch in dieser Form zu würdigen. Spätestens, als er auf die Verdienste der beiden Feuerwehrmänner detailliert einging, dürfte jedem klar gewesen sein, dass die Jury auch dieses Mal die richtigen Männer ausgewählt hatte.

Heinz-Peter Pflipsen (54) trat 1975 als erster Kaarster Jungfeuerwehrmann in die damalige Jugendfeuerwehr Büttgen ein. Der Landrat sprach von einer "Bilderbuchkarriere". Der Hauptbrandmeister hat das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold und ist seit 26 Jahren Kassierer im Kaarster Löschzug. Der selbstständige Landwirt, der in diesem Jahr nach Willich gezogen ist, wo er den Hof seiner Schwiegereltern übernommen hat, hat es außerdem geschafft, alle drei Söhne zu motivieren, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Eiserner Wille und Durchhaltevermögen: Diese Charaktereigenschaften machte Hans-Jürgen Petrauschke auch an folgender Aktion Pflipsens in diesem Jahr fest: Der Vollblut-Feuerwehrmann war zwei Monate auf dem Jakobsweg unterwegs — er fuhr zunächst 2100 Kilometer mit dem Fahrrad und marschierte dann die restlichen 900 Kilometer.

Reinhold Keuchel ist ebenfalls 54 Jahre alt. Zu seinem Einsatz für die Feuerwehr Neuss-Grefrath kommt sein Engagement für die Feuerwehrfreundschaft zur russischen Stadt Pskow. "In den vergangenen mehr als 20 Jahren haben Reinhold Keuchel und seine Kameraden für das Schulinternat 1 in Pskow viele Spendengelder gesammelt, zahlreiche Räume renoviert, Toilettenanlagen gebaut und Ausbesserungsarbeiten an den Dächern verrichtet", sagte der Laudator — und verriet, dass Keuchel sogar das Feuerspucken beherrsche. Der Inhaber eines Brandschutzbüros war 1974 der Jugendfeuerwehr beigetreten. Im Juni diesen Jahres trat er nach 25 Jahren als Löschzugführer zurück — bleibt aber aktiv in der Wehr.

Der dritte Geehrte, Frank Felis von der Johanniter-Unfallhilfe Neuss, fehlte krankheitsbedingt.

(NGZ)