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Jüchen: Metalldiebe in Jüchener Gotteshäusern

Jüchen : Metalldiebe in Jüchener Gotteshäusern

In den Martinuskirchen in Gierath und Bedburdyck schlugen zwei Mal Diebe zu. Die Polizei ermittelt.

Damit hatte Regina Specken, Küsterin der katholischen Pfarrkirche in Bedburdyck, nicht gerechnet — und wer hätte das schon getan? Als sie mit dem Krippenbau-Team im Kirchenkeller nach den Edelstahlstützen für den Unterbau der Krippe suchte, fanden sie — nichts. Sämtliche Stützen, die die Krippenbauer dort für ihren nächsten Einsatz gelagert hatten, waren verschwunden. Und: Dieser dreiste Diebstahl ist kein Einzelfall. Auch in der katholischen Pfarrkirche Gierath schlugen Diebe zu: Sie nahmen einen Außenstrahler, der das Gotteshaus erleuchtet, mit. Regionaldekan Ulrich Clancett zeigt sich fassungslos: "Vermutlich handelt es sich um Diebe, die zuvor gezielt auf den Friedhöfen unterwegs waren und nach Metall gesucht haben, um es zu verkaufen."

Nach den Diebstählen wurde Anzeige bei der Polizei erstattet, wie Diane Drawe für die Kreispolizei Neuss bestätigt. Aber für die Ermittler wird es nicht einfach, eine Spur der Diebe zu finden. "Im Fall der Edelstahlkonstruktion konnte der Zeitraum des Diebstahls lediglich auf 30. August bis 30. November eingeschränkt werden", erläutert Drawe. Wegen des Umbaus seien die Kirchen und ihre Räumlichkeiten in dieser Zeit nicht immer verschlossen gewesen. Die Polizeisprecherin schätzt die Chancen gering ein, diese Diebe noch zu ermitteln.

Anders sieht es beim Klau des Außenstrahlers aus. Einer der beiden Strahler, der die Martinuskirche am Abend erleuchtet, war in der Zeit vom 25. bis 30. November abmontiert worden. "Man kann über die Motive der Täter nur spekulieren, so lange wir diese nicht ermittelt haben", so Diane Drawe. Generell gibt es immer wieder mal Einbrüche in Kirchen und umliegende Gebäude — hier könne sie aber mit Blick auf Jüchen nicht von einer Serie sprechen.

Ulrich Clancett ist verärgert: "Ich kann nicht begreifen, wer einen Außenstrahler stiehlt." Der geraubte Gegenstand hat laut Clancett einen Wert von rund 2000 Euro. Der Regionaldekan hofft in Zukunft, solchen dreisten Dieben mit erhöhter Aufmerksamkeit beizukommen. So appelliert er im aktuellen Pfarrbrief: "Achten Sie bitte einmal auf unsere Kirchen und auf das, was sich in ihrem Umfeld tut." Sobald es merkwürdige Beobachtungen gebe, sollte man sich nicht scheuen, die Polizei zu rufen.

Auch ohne die bisherige Unterkonstruktion können sich die Bedburdycker Kirchbesucher an der Krippe erfreuen. Mit Hilfe fleißiger Gemeindemitglieder konnte der Stall in diesen Tagen aufgebaut werden. "Ein Besuch lohnt sich", meint Küsterin Regina Specken. Denn die Motive der Krippe werden in den nächsten Tagen wechseln. Auf "Maria Verkündigung" folgt nun die "Herbergssuche". Besondere Besichtigungs-Termine sind am 26. und 30. Dezember. Dann gibt es von 14 bis 16 Uhr auch Heißgetränke im Bedburdycker Gotteshaus.

(NGZ)