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Korschenbroich: Politik will Kleinenbroich aufwerten

Korschenbroich : Politik will Kleinenbroich aufwerten

Kleinenbroich soll attraktiver werden. Ein Wunsch, den die SPD seit Monaten vorantreibt. Die Stadt hat die Ideen aufgegriffen. Amtsleiter Dieter Hoffmans stellte diese vor. Eine Wohnbebauung des Spielplatzes ist jedoch umstritten.

Jetzt hat es die Politik in der Hand: Die Fraktionen sollen über die Rahmenplanung Kleinenbroichs beraten und die Weichen dafür bis zur nächsten Fachausschuss-Sitzung stellen. Am Dienstagabend nutzte Amtsleiter Dieter Hoffmans den Sitzungstermin, um die Bestandsaufnahme mit Vorschlägen der Verwaltung zu kombinieren.

Dabei erinnerte Hoffmans an das frühere Konzept des damaligen Stadtplaners Rainer Gleß. Er hatte seinerzeit die städtebauliche Entwicklung Kleinenbroichs zu Papier gebracht. "Wir haben das alte Konzept um die neuen Ideen ergänzt", so Hoffmans. Dabei waren ihm drei Leitlinien als Kernpunkte des Gesamtkonzeptes besonders wichtig: die Stärkung der historischen Straßenzüge Rhedung/Bahnhofsstraße/Konrad-Adenauer-Straße und Hochstraße/Nordstraße; die Stärkung des Grünzuges Jüchener Bach als zentraler Grünzug für den Ortsteil — und als dritten Punkt nannte Hoffmans die Verbindung der Geschäftszentren "Auf den Kempen" und Bahnhofsstraße. Dort sieht er eine Verbindungsmöglichkeit durch den Bau eines Büro- und Geschäftskomplexes im Bereich des früheren Stellwerkes. Dieser Neubau könnte aus Sicht der Stadtverwaltung als "Magnet zwischen den beiden Geschäftsbereichen dienen".

Der Ausbau von weiteren Grün- und Freiflächen wird aktuell aus Kostengründen nur bedingt von der Stadt verfolgt. Die besondere Bedeutung der sogenannten "Fettwiese" am Haus Randerath stellte Hoffmans in dem Zusammenhang allerdings heraus. Was ihm missfällt: "Die Werbetafeln werden dort immer mehr." Der Amtsleiter kritisierte den Wildwuchs und kündigte im Fachausschuss bereits erste Konsequenzen an: "Hier werden wir einen Riegel vorschieben." Unter Beachtung der Leitlinie zur "Stärkung der historischen Straßenzüge" schlägt die Verwaltung vor, den Bereich um die Pfarrkirche neu zu gestalten. Die Idee stammt von 1990. Allerdings machte Hoffmans deutlich: "Wir wollen nicht noch einmal die aufwendigen Pläne von damals diskutieren, die auf den Widerstand von Kirche und Schützen gestoßen waren." Um eine abgespeckte Variante finanzieren zu können, schlug Hoffmans vor, den Spielplatz an der Einmündung zur Bismarckstraße abzureißen: "Wenn wir dort Flächen für Wohnungsbau schaffen, haben wir das Geld für die Straßenumgestaltung."

Den Vorschlag der Verwaltung, den Spielplatz aufzugeben, lehnte Albert Richter (SPD) rigoros ab: "Dieser Spielplatz wird von Familien und Kindern gerne und oft genutzt." Auch Kleinenbroichs SPD-Chef Udo Bartsch hatte sich bereits im Vorfeld der Sitzung für diese Fläche ins Zeug gelegt: "Dieser Spielplatz hat einen besonderen Freizeitwert. Es kann nicht das Ziel sein, alle Freiflächen zu bebauen — schon gar nicht zulasten der Kinder."

Bürgermeister Dick regte an, die neuen Umbaupläne der Kreisstraße 4 in den Rahmenplan einzubinden. Jetzt soll das neue Konzept zunächst in den Fraktionen beraten werden.

(NGZ)