Rhein-Kreis Neuss: Kampf um Regiobahn-Aufsichtsrat

Rhein-Kreis Neuss: Kampf um Regiobahn-Aufsichtsrat

CDU, FDP und UWG stimmen für Heiner Cöllen. Er folgt auf Christian Will.

Im Aufsichtsrat der Regiobahn, einer kommunalen Bahngesellschaft, soll der Kreis künftig durch den CDU-Kreistagsabgeordneten Heiner Cöllen vertreten werden. Cöllen setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen den stellvertretenden Landrat Horst Fischer (SPD) mit 9:6 Stimmen durch. Die offizielle Wahl in das zehnköpfige Gremium muss noch durch die Gesellschafterversammlung erfolgen, in der der Kreis durch Kreisdirektor Dirk Brügge vertreten ist. Die Stadt Neuss hatte jüngst - ebenfalls in einer Kampfabstimmung - die Stadtverordnete Anne Holt (CDU) für den Aufsichtsrat bestätigt.

Der Neusser Cöllen löst im Aufsichtsrat Christian Will (CDU) aus Kaarst ab, der sich aus Altersgründen nicht mehr für eine weitere fünfjährige Amtszeit zur Verfügung stellte. Für Dieter Welsink, den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, war Will als Aufsichtsratsvorsitzender stets die treibende Kraft. "Die Regiobahn war sein Kind", sagt Welsink. Will habe sie seit ihrer Gründung im Jahr 1992 mitgestaltet.

Ob Cöllen im neu konstituierten Aufsichtsgremium auch Wills Platz an der Spitze einnehmen kann, ist fraglich. "Wir werden das nicht fordern, wollen das aber diskutieren", sagt Welsink. Denn Cöllen - und das sei ihm wichtig - vertrete die ehrenamtliche Politik in dem Gremium. Andere Gesellschafter wie die Stadt Düsseldorf würden Beigeordnete oder wie der Kreis Mettmann sogar den Landrat entsenden.

Das Thema kam wegen besonderer Dringlichkeit kurzfristig auf die Tagesordnung, da die Regiobahn bis zum 12. Juni eine Entscheidung haben muss. Das allerdings teilte das Unternehmen dem Kreis schon am 29. März schriftlich mit, so dass SPD und Grüne die Dringlichkeit nicht nachvollziehen konnten. Im Ausschuss mit einer Tischvorlage überrascht, nominierten sie kurzfristig Horst Fischer für die Aufgabe, den verkehrspolitischen Sprecher seiner Fraktion. "Ich hätte das gerne gemacht", sagt Fischer. "Es stehen in nächster Zukunft weitreichende Investitionen und Entscheidungen an." CDU und FDP aber wollten, unterstützt von der UWG, Heiner Cöllen durchsetzen, der, wie er betont, auch beruflich mit Verkehrsfragen befasst ist. Und: "Ich stamme aus einer Eisenbahnerfamilie."

(-nau)