Neuss: Regiobahn wird ab Ikea zweigleisig

Neuss: Regiobahn wird ab Ikea zweigleisig

Der Haltepunkt Morgensternsheide macht Investitionen auch in den Gleiskörper nötig. Trotzdem ist der Bedarf da. Das werde eine Untersuchung des VRR belegen, ist der Aufsichtsratsvorsitzende sicher. Anfang Dezember hat er die Zahlen.

Die genauen Zahlen hat Christian Will noch nicht, doch am Ergebnis hat der Aufsichtsratsvorsitzende der Regiobahn wenig Zweifel: Der Haltepunkt "Morgensternsheide" in Höhe des Johanna-Etienne-Krankenhauses macht auch wirtschaftlich Sinn. Der Beleg dafür, eine Untersuchung des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) zum Nachfragepotenzial, wird dem Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung Anfang Dezember vorgelegt.

Für die CDU-Stadtverordnete Anne Holt, seit 14 Jahren Kämpferin für einen weiteren Haltepunkt, bleibt damit ein Baubeginn noch im nächsten Jahr in Reichweite. "Das Planfeststellungsverfahren ist in Arbeit", sagte sie. Aber auch für die Bewohner im Quartier Klever Straße, die sich lange ebenfalls Hoffnungen auf einen Haltepunkt vor ihren eigenen Haustüren gemacht hatten, könnte am Ende vieler Diskussionen eine Verbesserung des ÖPNV-Angebotes herauskommen.

Der Planungsausschuss wies den Arbeitskreis, der schon länger interfraktionell über Verbesserungen und neue Linienführungen im Neusser Süden spricht, auch etwas "Gehirnschmalz" auf die Lage in der Nordstadt zu verwenden. Sascha Karbowiak, sachkundiger Bürger der SPD, entwickelte dazu schon die Idee einer Verlängerung der Buslinie 849 über die Haltestelle Klever Straße und die Bezirkssportanlage Stadtwald und von dort zurück Richtung Hauptfriedhof.

Der VRR hatte schon 2008 die Finanzierung eines Haltepunktes an der Klever Straße allein aus Kostengründen abgelehnt, doch sprechen auch andere Gründe für einen Standort Morgensternsheide: Erweiterungen am Johanna-Etienne-Krankenhaus, das neue Facharztzentrum dort, neue Wohngebiete an Geulen- und Steinhausstraße, das Marie-Curie-Gymnasium, das auch Kinder aus Kaarst mit der Regiobahn aufsuchen könnten. "Und die Anwohner etwa der Geulenstraße sehnen sich den Regiobahn-Haltepunkt regelrecht herbei", sagt Holt. Er soll die äußerst angespannte Verkehrssituation im Quartier entspannen helfen. Dass Befürworter einer Neubelebung der Alternative Klever Straße das seit kurzem in Bau befindliche Demenz-Kompetenzzentrum Rheinland an der Steinhausstraße als Argument ins Feld zu führen, weist Holt zurück. Eine Aussage über den dadurch ausgelösten Bedarf bleibe noch bis Jahr 2016 nichts als reine Spekulation.

Voraussetzung für den Bau des neuen Haltepunktes ist laut einer Fahrplanstudie der DB Netz AG ein zweigleisiger Ausbau der Regiobahn zwischen Ikea in Kaarst und dem neuen Haltepunkt. Die Anträge dazu seien schon beim VRR, erklärt Will. Es müsse die Möglichkeit eines Begegnungsverkehrs geschaffen werden, heißt es. "Für uns ist das wichtig", sagt der Kaarster auch mit Blick auf seine Heimatstadt.

"Herr des Verfahrens ist die Regiobahn", stellt der Neusser Planungsdezernent Christoph Hölters knapp fest. Die Höhe der Kosten, die durch den neuen Haltepunkt entstehen, sowie ihre Verteilung auf Regiobahn, VRR, Stadt und Kreis werde derzeit überprüft.

"Der Haltepunkt kommt", sagt Anne Holt deutlich. Auch wenn auf der Furth Flyer von anderen Parteien verteilt werden, in denen das Gegenteil behauptet werde.

(NGZ)
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