Meerbusch: Haufen am Pfarrgarten stinken den Anwohnern

Meerbusch: Haufen am Pfarrgarten stinken den Anwohnern

Viele Hundebesitzer räumen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht selbst weg. Darüber ärgern sich dann wieder Fußgänger.

Die unangenehme Erfahrung, in einen Hundehaufen zu treten, kennen viele. Obwohl Hundehalter verpflichtet sind, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge selbst zu entfernen, vergeht kaum ein Tag, an dem man keine "Tretminen" sieht. Besonders störend ist es, wenn diese sich direkt vor der Haustür oder im Vorgarten befinden. Damit haben auch die Anwohner Am Pfarrgarten in Büderich fast täglich zu kämpfen. "Die Hundehaufen liegen hier auf dem Gehweg, der Straße, in den Vorgärten und auch auf dem Spielplatz", erzählt Bernd Wierichs. "Besonders im Dunkeln besteht immer die Gefahr, hineinzutreten." Eine Nachbarin habe ihre Schuhe wegwerfen müssen, da sie den Kot dort nicht mehr vollständig entfernen konnte, berichtet Anwohnerin Hildegard Bödefeld.

Das Problem sei, dass es viele Hundebesitzer gebe, die ihre Hunde nicht anleinten, meint Wierichs. Die Tiere liefen dann überall herum, und die Halter bekämen gar nicht mit, wo ihre Lieblinge ihre Häufchen setzen. "Wenn man einen dicken Haufen im Heidekraut findet, hat man keine Lust mehr im Vorgarten zu arbeiten. Uns sind auch schon viele Pflanzen eingegangen", berichtet Christa Wierichs. Ab und zu sammelt sie schon mal die Hinterlassenschaften auf dem Gehweg ein. "Das machen auch einige vorbildliche Hundehalter, die sich für die anderen verantwortlich fühlen." Ihr Ehemann kann das nicht nachvollziehen. "Ich finde es inakzeptabel, den Hundekot wegzuräumen", sagt der Rentner. Doch laut Michael Gorgs, Sprecher der Stadt Meerbusch, verhält Christa Wierichs sich genau richtig. "Die Reinigung der Gehwege durch die Anwohner ist in der Straßenreinigungssatzung geregelt." Es sei unsolidarisch, alle Reinigungspflichten der Allgemeinheit aufzubürden.

Einige Anwohner haben nach eigenen Angaben mehrfach versucht, die Hundehalter auf das Problem anzusprechen. Erklärungen oder, ihrer Einschätzung nach, Ausreden, hätten sie viele gehört. "Der Hund braucht Auslauf und bis zum Rhein ist es zu weit", "ist doch biologisch abbaubar", "mein Hund macht sowas nicht" seien nur einige davon. Auch ein schnippisches "Ich zahl' doch Hundesteuer" sei schon dabei gewesen. Nicht jeder angesprochene Hundebesitzer reagiere freundlich. "Ich wurde schon übel beschimpft", so Wierichs. Da sei das Interesse, die nachlässigen Hundebesitzer auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen, stark gesunken.

  • Im Pfarrgarten : Rockiger Auftakt beim Festival

Schon 2012 hat sich der 73-Jährige schriftlich an die Stadt gewandt und darum gebeten, mehr zu kontrollieren. "Es geht mir nicht darum, dass die Stadt Bußgelder verteilt. Der Hinweis auf die Anleinpflicht würde mir schon reichen", stellt der Rentner klar. Das Bewusstsein, dass öfter kontrolliert wird, würde vielleicht schon eine Veränderung bewirken, hofft Wierichs. Einen vermehrten Einsatz der Stadt hätten die Anwohner jedoch nicht bemerkt. "Ich behaupte mal, die Stadt ist gar nicht daran interessiert, zu kontrollieren und die Leute anzusprechen", sagt der Rentner. Gorgs hält dagegen. "Leider ist es uns schon allein aus personellen Gründen nicht möglich, flächendeckend in Meerbusch die Einhaltung der Anleinpflicht zu überwachen. Gleichwohl sprechen unsere Verkehrsüberwacher jeden Hundehalter, der sein Tier nicht angeleint hat, entsprechend an."

Familie Wierichs und ihre Nachbarn haben nichts gegen Hunde. Viele hatten selber mal einen. Sie wünschen sich nur mehr Rücksichtnahme von Seiten einiger Hundehalter. Seien die Hunde angeleint, gäbe es nicht so ein unkontrolliertes Häufchensetzen, und die Besitzer können die Hinterlassenschaften besser entfernen, findet der Rentner.

(nes)
Mehr von RP ONLINE