Uwe Pakendorf: EU schafft Wohlstand

Politik : Pakendorf: EU schafft Wohlstand

Für Uwe Pakendorf wird es eine lange Wahlnacht werden. Der Kandidat der CDU für die Europawahl steht auf Platz acht der Landesliste.

Keine schlechten Aussichten für den Einzug ins Europaparlament für den 40-Jährigen aus Rösrath. Jeder Prozentpunkt über 32 entscheidet, ob er künftig in Brüssel arbeitet oder nicht.

Wenn man Pakendorf fragt, woran denn der Remscheider spüren kann, dass Europa für sein Leben eine gute Einrichtung ist, dann bringt er zwei Argumente. Eine Zahl und die Quintessenz aus Gesprächen mit Angestellten in den Betrieben. Das Bergische Land gehöre zu den Wohlstandgewinnern durch die EU. „Jeder Bürger hat netto 1400 Euro im Jahr mehr in der Tasche als ohne die EU“, sagt Pakendorf. Er beruft sich dabei auf einen Bericht der Bertelsmann-Stiftung. Damit liegen die Remscheider über dem Durchschnitt, der bei 1000 Euro liegen soll. Und Pakendorf ist sich sicher: „Die Mitarbeiter in den Betrieben wissen genau, wie stark ihre Unternehmen vom europäischen Binnenmarkt profitieren.“

Gleichwohl: Europa sei eine abstrakte Größe. Mit der Anpreisung von Fördertöpfen lasse sich nur schwer ein Wahlkampf emotionalisieren. Stichwort „Fördertöpfe“. Das Bewerben um die Mittel ist für Pakendorf viel zu kompliziert und es dauere viel zu lange. Es könne nicht weiter so bleiben, dass viele Mittel gar nicht beantragt werden, weil der bürokratische Aufwand so enorm und kompliziert sei. „Es muss einfacher werden“, sagt Pakendorf.

Muss Europa auch solidarischer werden? Sollen die starken Länder den wirtschaftlich schwächeren Regionen in Süd- und Osteuropa mehr helfen? Eine Transferunion lehnt Pakendorf ab. Die beste Hilfe für die schwachen Länder sei die Hilfe zur Selbsthilfe. Er plädiert für mehr Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern wie Griechenland und Italien verbessern helfen. „Eine Umverteilung darf es nicht geben“, sagt Pakendorf. Der selbstständige Unternehmer und Verbandsgeschäftsführer des Rheinischen Schützenbundes spricht gutes Englisch. Sein Französisch müsste er etwas aufbessern. Von Brüssel aus sind es nur zweieinhalb Stunden bis zur Familie. Mit seiner kleinen Tochter wandert er am liebsten in den Alpen. Wenn das Wahlergebnis feststeht, wird sie schon lange tief schlafen.

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