Wermelskirchen: Spatenstich von Dönges und Wetec - Autobahnohr wird zur Großbaustelle

Spatenstich bei Dönges und Wetec : Autobahnohr wird zur Großbaustelle

In Ostringhausen rollen die Bagger an: Am Dienstag war der offizielle Spatenstich für die neue Zentrale der Schwesternfirmen Dönges und Wetec. Neuigkeiten gibt es zum geplanten Kreisverkehr zwischen den Autobahnen.

Nicht mehr viel zu sehen ist von der grünen Wiese, die zwischen Autobahnauffahrt, Landstraße 157 und Autobahn 1 noch bis vor Kurzem zu finden war. Stattdessen türmen sich dort die ersten Hügel auf der matschigen, plattgewalzten Erde. Das Rauschen der Autobahn ist dem Surren und Rumpeln der großen Bagger gewichen, die dort seit einigen Tagen im Einsatz sind. Auch die Pendler zwischen Ostringhausen und Hünger dürften den Baubeginn am Autobahnohr mitbekommen haben: Auf der Straße hat sich ein brauner Film gebildet, der vom bergischen Regen weggewaschen wird.

Anlass für die entstehende Großbaustelle ist die neue Firmenzentrale von Dönges und Wetec, die ihren Sitz von Remscheid nach Wermelskirchen verlegen. Am Dienstag trafen sich die Geschäftsführer der Schwesternfirmen, Bauplaner und Vertreter der Stadt Wermelskirchen zum symbolischen Spatenstich. „Heute ist ein ganz besonderer Tag in unserer 116-jährigen Firmengeschichte“, sagte Wolfgang Schulz, einer der beiden Geschäftsführer, im regnerischen und unter Nebel liegenden Ostringhausen. Er und Thomas Pletsch, der andere Geschäftsführer, sind zuversichtlich, dass die Sonne für die beiden Firmen auch in Wermelskirchen schon bald scheinen wird. „Hier stellen wir die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft“, sagte Pletsch.

Spatenstich der neuen Dönges-Firmenzentrale in Ostringhausen (v.li.): Torsten Prauser, Stefan Lochbichler, Bernd Eichstädt, Wolfgang Schulz, Thomas Pletsch,Timo Hilverkus, Rolf Hilferkus, Thomas Marner. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Diese entsteht auf rund 17.500 Quadratmetern, die für Logistikzentrum und Bürogebäude geplant sind. Fertig gestellt werden soll das Projekt zum Jahreswechsel 2020/21. Bis dahin wird am Autobahnohr fleißig gebaut – und zwar nicht nur auf der grünen Wiese. An der Einfahrt zu Bollinghausen soll ein Kreisverkehr entstehen – auch für den Lieferverkehr, der künftig zur Firmenzentrale gelangen muss. Dieser wird etwa so groß werden wie der Kreisel am McDonald’s. Thomas Marner, der Technische Beigeordnete der Stadt, denkt, dass der Bau keine allzu großen Auswirkungen auf den Verkehr haben wird, denn „60 Prozent des Kreisverkehrs auf der L 157 werden in der Böschung verbaut“. Auch diejenigen, die ein Verkehrschaos durch die ebenfalls geplante Brückensanierung ein paar Hundert Meter weiter befürchten, können nach Angaben der Statd beruhigt sein. „Es wird nicht zeitgleich an Kreisverkehr und Brücke gebaut“, sagte Florian Leßke, Leiter des Amts für Stadtentwicklung.

Wie viele Lkw nach Ende der Bauarbeiten täglich zu Dönges und Wetec fahren, ist derzeit noch unklar. Laut Marner werde das zusätzliche Verkehrsaufkommen auf der ohnehin viel befahrenen Straße kaum feststellbar sein. Für die Anwohner könnte es sogar einen positiven Effekt geben: „Das Lärmschutzgutachten hat ergeben, dass unsere Lagerhalle den Lärm von der Autobahn verringern wird“, sagte Geschäftsführer Schulz. Zudem komen mit Dönges und Wetec neue Arbeitsplätze nach Wermelskirchen. Das neue Gebäude bietet Platz für 150 Mitarbeiter, derzeit haben die Firmen 110 Angestellte. Gewerbliche und kaufmännische Berufe könten dort bald gefragt sein.

„Wir sind sehr froh, so ein wertvolles Traditionsunternehmen aus der Region für Wermelskirchen gewonnen zu haben“, sagte Marner. Er hoffe, dass das neue Gewerbegebiet eine Erflogsgeschichte mit Kontinuität wird. Auch Stadtrat Friedel Burghoff wünschte dem Unternehmen beim Spatenstich alles Gute – „und uns gute Steuereinnahmen“.

Mehr von RP ONLINE